Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 105)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 104 — währen. Ich hoffe, dass, wenn ich zurückkomme auf eine Tatsache, die gestern hier passiert ist . . . Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich bitte Sie, die erledigten Angelegenheiten hier nicht mehr in Diskussion zu ziehen, die Affaire Trietsch ist erledigt. Del. Bergmann: Als gestern die Sitzung zum Abschlüsse kam . . . (Unruhe.) Ich bitte nicht zu stören. (Heiterkeit.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Herr Bergmann, ich bitte zu beginnen. Del. Bergmann: Ungefähr einen halben Tag hat uns ein Herr mit einer Kritik belästigt. Als die Sitzung zu Ende war, hat dieser Herr den Saal mit den Worten verlassen, er hätte alle..... Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich bitte über erledigte Dinge nicht zu sprechen. Del. Bergmann: .... rituell abgeschlachtet. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Wenn ich spreche, haben Sie zu schweigen. Ueber Dinge, die sich nach Schluss des Kongresses ereignet haben, wird hier nicht gesprochen. Del. Bergmann: Basel ist eine Stadt, wo man rituell nicht schlachten darf. (Ruf: Aber Ochsen sind da. — Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich höre, dass ein Zwischenruf gefallen ist, der nicht parlamentarisch ist. Ich weiss nicht, von welcher Seite, ich rufe den betreffenden Herrn zur Ordnung. Del. Bergmann: Nachdem ich ungefähr drei Wochen Reise mitgemacht habe, um an dem Kongresse teilzunehmen, will ich mich nach dem amerikanischen Grundsätze richten: Hurry up! Ich will mich sehr kurz fassen. Es wurde die Frage gestellt, ob wir als Delegierte des Baseler Kongresses einverstanden sind mit einer Verhandlung mit der englischen Regierung, betreffend Ostafrika. (Heiterkeit.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ueber diese Frage dürfen Sie jetzt nicht sprechen, dazu müssen Sie sich besonders zum Worte melden. Del. Bergmann: Da ich darüber nicht reden darf, bitte ich um Ihre Aufmerksamkeit für eine andere Proposition, die ich. vorbringen will . . . (Unterbrechungen.) Da ich über nichts reden kann, bitte ich Sie, nachdem uns die Lage in Russland bekannt ist, und nachdem schon so viel gespendet wurde, um den Kongress zu einer Ehre des Judentums zu machen, bevor wir den Kongress verlassen, eine Kollekte zu veranstalten für die Jossaumin in Kischenew. Jeder nach seinen Kräften! Ich bin der Erste, der 10 Frcs. zeichnen will. (Lebhafter Beifall.) Del. Awinowitzky (mit lebhaftem Beifall begrüsst): Vollkommenheit gibt es in der Natur nicht. Auch das A.-C. besteht nur aus Menschen. Errare humanuni est. Man kann irren. Ich bin hergekommen, um zu kritisieren. Man kann nicht leugnen, dass verschiedene Fehler da sind. Aber, nach der Rede des Dr. H e r z 1 müssen wir sagen, dass die Errungenschaften der letzten Zeit so enorm gross sind, dass wir jetzt nichts zu kritisieren haben. Im Russischen sagt man: Der Sieger wird nicht verurteilt. Ich muss nur jetzt eine Anfrage richten. Im Berichte des A.-C. findet sich keine Angabe über die Parteien. Herr Rosenbaum meint, dass das A.-C. Parteien überhaupt nicht zulassen sollte. Es steht das aber nicht in der Macht des A.-C, das ist ja. natürlich. Weshalb ist aber nicht angegeben, was die Parteien getan haben? Weshalb ist nichts angedeutet, z. B. über die Misrachi, die sich nach dem- V. Kongresse gebildet haben? Weshalb ist nichts gesagt über den Zionistentag in Lida? Jedenfalls ist das ein Irrtum. Uebrigens muss ich ja sagen, dass die übrigen Defekte nicht dem engeren A.-C. zur Schuld fallen, sondern dem russischen grossen A.-C. Wir haben aber das alles schon besprochen in der Landsmannschaft und hier ist darüber nichts zu erörtern.