Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 104)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 103 — aussen ein derartiges sei, dass, wenn ein Wort von höherer zionistischer Seite fällt, das Wort auch jenes Gewicht habe, welches es verdient, wenn eben hinter diesem Worte auch die Meinung des Kongresses steht, und es nicht vorkommen kann, dass der Kongress oder ein grosser Teil des Kongresses sich in Gegensatz setze zu der gemachten Aeusserung. Ich könnte das, was ich gesagt habe, näher präzisieren, ich tue es aber nicht, weil das doch Fragen sind, die hier keine ganz freie und offene Diskussion erlauben, wie ich sie gern hätte. Ich denke aber, dass diejenigen, an welche ich meine Interpellation gerichtet habe, das wohl verstanden haben, und wenn sie es wohl verstanden haben, mir auch eine richtige Antwort geben werden. Und um diese Antwort würde ich bitten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) — (Eine Reihe aufgerufener Redner verzichtet auf das Wort.) Del. Mrs. Gottheil (spricht französisch). Del. Dr. Schauer (übersetzend): Frau Professor G o 11 h e i 1 bemerkt, dass man seit zwei Tagen hier weiter nichts höre als Vorwürfe gegen unseren Herrn Präsidenten, der soviel für uns und unsere Sache getan hat, und gegen das A.-C. Demgegenüber bittet sie, dem verehrten Herrn Präsidenten und dem A.-C. ein Vertrauensvotum zu votieren. (Lebh. Beifall. — Del. Dr. R o s e n b a u m weidet sich zur Geschäftsordnung zum Worte.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Herr Rechtsanwalt Dr. Rosenbaum hat zur Geschäftsordnung das Wort. Del. Dr. Rosenbaum: Die Abstimmung, welche gegenwärtig beantragt wird, wäre gleichbedeutend mit einem Antrage auf Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Ich möchte daher vor allem ersuchen, die Abstimmung über diesen Antrag auf einen späteren Moment zu verschieben. Nun aber muss ich noch etwas bemerken, was ich für wichtiger halte. In dem Berichte, welchen uns das A.-C. vorgelegt hat, ist zwar mit einigen Worten des Standes der Bank Erwähnung getan, es wird aber kein Wort über die Tätigkeit des A.-C. als Aufsichtsrat gesprochen. Ich beantrage daher, dass, bevor über den vorhin gestellten Antrag abgestimmt wird, ein Mitglied des Aufsichtsrates uns mitteile, worin die Tätigkeit des Aufsichtsrates im Laufe der letzten anderthalb Jahre bestanden, ob er Sitzungen hatte, wann er sie hatte, ob Plenarsitzungen waren, oder ob nur ein kleiner Teil des Aufsichtsrates zusammenkam, was für Fragen verhandelt wurden, wie sich der Aufsichtsrat zur Tätigkeit der Bank stellte usw. So lange uns das nicht gesagt worden ist, werde ich — nicht etwa das Vertrauen verweigern — ich würde es auch, wenn gar kein Rechenschaftsbericht gegeben würde_, haben — aber ich glaube, wenn man einen Rechenschaftsbericht vorlegt und sagt: Wir wollen nicht auf Grund des Umstandes, dass Dr. H e r z 1 im Comite sitzt, sondern auf Grund des Rechenschaftsberichtes das Vertrauen votiert erhalten, so muss man sich auch darüber aussprechen. Ich möchte also erst darüber Aufklärungen haben, bevor wir über den Antrag von Mrs. G o 11 h e i 1 abstimmen. (Beifall.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Die Antwort wird Herrn Rechtsanwalt Rosenbaum ganz sicher erteilt werden. Ich schliesse mich übrigens der Auffassung des Herrn Rechtsanwaltes an, dass eine Abstimmung über den Antrag von Mrs. G o 11 h e i 1 den Schluss der Debatte, ohne Anhörung weiterer Redner in sich schliessen würde und bin daher nicht in der Lage, über diesen Antrag abstimmen zu lassen. Ich erteile demnach dem nächsten Redner, Herrn Dr. Levin, das Wort. (Derselbe verzichtet.— Ebenso verzichten eine Reihe anderer zum Worte aufgerufener Redner auf dasselbe.). Del. Bergmann: Ich bitte mir das Wort für eine kurze Zeit zu ge-