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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 101

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 101 (sequence 102)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1945-3478083
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—< 101 — Wirtschaftsleben der ganzen Welt, im Kontakt stehen. Eine besondere Rücksichtnahme auf die Bedrückten würde sich von selbst herausbilden. In jeder Stadt wäre aus der Mitte unserer Glaubensgenossen ein Wirtschafts- oder Industrierat zu bilden. Wir Zionisten, die wir in der ganzen Welt zu finden sind, haben bis heute diese unsere schärfste Waffe noch nicht benützt. An dem Tage, wo die Glaubensgenossen aller Staaten sehen, dass die Zionisten auch in wirtschaftlicher Beziehung sich finden, an dem Tage wird eine Million mehr. Zionisten sein. Wir haben die Pflicht, alle unsere Vertrauensmänner im fernsten Auslande zu dieser ernsten Aufgabe heranzuziehen. Ein Verzeichnis aller Vertrauensmänner in Buchform wäre empfehlenswert. Jeder dieser Vertrauensmänner hätte die Aufgabe, seine Glaubensgenossen entsprechend ihrer Beschäftigung auf die Vorteile dieser Weltverbindung aufmerksam zu machen und die Anbahnung einer Geschäftsverbindung zu fördern. Die uns so sehr beschnittenen Rechte, sowie die in vielen Staaten ohne jedes Gesetz uns verweigerten Rechte führen uns zusammen. Und nachdem in vielen Staaten der Judenboykott aller Augen öffnen muss, so wäre es vorteilhaft, rechtzeitige Massnahmen zu treffen. Hoher Kongress! Jetzt tritt es doch deutlich zu Tage. Urlauben Sie, dass ich im allgemeinen das hier Gehörte, uns Juden in Böhmen Interessierende, streife: So z. B. die Bemerkung des Herrn Dr. N o r d a u, dass diejenigen Kultusgemeinden, in denen die grosse Zahl der Mitglieder assimiliert sind, schwer zu gewinnen seien. In Böhmen gibt es 210 Kultusgemeinden mit 100 000 Juden. Hiervon dürften möglicherweise zwei Kultusvorsteher Zionisten sein. Die Majorität der Kultusgemeinden sind nicht Zionisten. Diese zu gewinnen ist eine Aufgabe, die mit Takt und guten Reden zu besorgen möglich ist. Es ist nicht leicht, in einem kleinen Orte den Juden, ob sie Deutsche oder Tschechen sind, zu sagen, ich verzichte auf eine gemeinschaftliche Verbindung, ich will nur Jude sein. Es spielen hierbei noch verschiedene Ursachen, Geschäftsverbindungen, Familienverhältnisse mit. Es dürfte sohin bei uns und somit auch in anderen Staaten mein erst erwähnter Antrag empfehlenswert erscheinen. (Beifall.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Das Wort hat Herr Weitzmann. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen im Saal und auf der Galerie.) Ich habe nichts dagegen, wenn die Galerie den Redner begrüsst, aber während der Rede hat die Galerie zu schweigen. Del. Weitzmann: Der Herr Delegierte S y r k i n erklärte schon im Eingang seiner Rede, dass er an der Rede von Dr. H e r z 1 das zu bemängeln habe, dass dort über Fragen gesprochen worden ist, die keiner Diskussion unterliegen. Es gibt Fragen, die, wenn man über sie spricht, gewisse Teile unserer Partei verletzen. Ich schliesse mich vollkommen der Ansicht des Herrn Dr. Syrkin an. Mit Rücksicht auf die Integrität der Partei und der gemeinsamen Interessen des Zionismus müssen solche Fragen verschwiegen werden. (Sehr richtig.) Es gibt Sachen, die man tut, aber über die man nicht spricht. Wenn diese Vorsichtsmassregel getroffen wäre, wurden sich auch solche Szenen nicht ereignen, wie wir sie vor einer Stunde hier hatten. Ich gehe zu einer anderen wichtigen Frage über, die uns alle ausserordentlich vor dem Kongresse interessierte und uns auch während des Kongresses interessieren wird. Ich eliminiere aus meiner Rede die Ostafrika- Frage, zu der ich eine positive Stellung einnehme. Ich möchte aber die El- Arisch-Frage berühren und an das A.-C. in seiner Gesamtheit folgende Anfrage richten: Hält das A.-C. die El-Arisch-Frage für vollständig verfallen? Oder glaubt das A.-C, dass es noch Mittel und Wege gibt, die Frage wieder aufzunehmen und zu einem Teile unserer zionistischen Arbeit zu machen? Es würde einen unangenehmen Eindruck nach aussen machen, wenn wir bei einem Kardinalpunkte, wie es die Kolonisationsfrage ist, welche der Zentral-

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