Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 97)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 96 — hat sich gegenüber den ungarischen Juden in einem ganz anderen Sinne geäussert und zwar in dem Sinne, dass er den ungarischen Patriotismus vereinbarlich findet mit dem Zionismus. Man kann ein guter Zionist sein und in Ungarn bleiben und wohnen. Ich glaube, dass ich das richtig zitiert habe? (Zustimmung.). Ausserdem ist in einem der wenigen, der sehr wenigen offiziellen Berichte unseres offiziellen Organs einmal etwas über Verhandlungen mitgeteilt worden, bezüglich „Palästinas und anderer Länder Kleinasiens". Und auf einmal sind in unser Programm hineingezogen die Worte: „Andere Länder Kleinasiens/' Heute, meine Herren, haben wir sogar ein Afrika-Projekt, über welches auf dem Zionistenkongresse, der auf dem Boden des Baseler Programmes steht, verhandelt wird, auf diesem Programm, das ich früher zitiert habe, und das ganz anders lautet. Ich persönlich bin dafür, dass man das Programm, wenn es nötig ist, ändern soll, aber so lange wir es nicht geändert haben, so lange hat das A.-C. kein Recht, über andere Länder zu verhandeln oder das Programm anders zu interpretieren und sich in diesem Sinne interviewen zu lassen, als es wirklich lautet, als wir es beschlossen haben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und dass das, was ich früher angeführt habe, Dezüglich des Interview im „Berliner Tagblatt" kein Missverständnis war, beweist Dr. Herzl, indem er gesagt hat: Kein Wort mehr, nichts mehr und nichts weniger, alles was darüber hinaus behauptet wird, ist Fabel, Missverständnis und Missdeutung. Also Palästina und das jüdische Volk, sie gehen hinaus über die Anschauung Dr. H e r z 1 s , das soll Fabel, soll Missverständnis und Missdeutung sein! Ich also stehe auf dem Standpunkt, dass wir unter Umständen das Programm ändern müssen. Ich selbst bin dagegen, das sollen meine Feinde sofort wissen, oder wir werden das A.-C. anweisen,, in einem anderen Sinne zu handeln, wir werden es zur Rechenschaft ziehen. Es soll wissen, dass es kein Recht hat, unser schönes Programm misszudeuten und zu verunstalten. (Beifall. — Widerspruch.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie nur 15 Minuten Redezeit haben. Del. Lilien: Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass das Organisationsstatut auch für uns und in erster Linie für das A.-C. geschaffen worden ist. Ich habe hier eine Beschwerde vorzulegen im Namen meiner Wähler, im Namen des Vereines Gliniany in Galizien. Ich selbst lege kein grosses Gewicht darauf und werde kein Misstrauensvotum beantragen, wie es meine Wähler wünschen. Ich bringe es bloss zu Protokoll, dass es. charakteristisch ist für das Vorgehen des A.-C. Nach unserem Organisationsstatut sind die Wahlen mindestens vier Wochen vor dem Kongress vorzunehmen. Dies geschah überall, nur nicht dort, wo der Sitz des A.-C. ist, in Wien und Oesterreich. Die Folge davon war, dass eine Masse Wähler nicht in der Lage war, zu wählen. Ich verweise auf das Protokoll des Kongresses, in welchem der Vorsitzende des Legitimationsausschusses Lozinski gesagt hat: Wir werden strenger vorgehen, wir sind nicht in der Lage, die Wahlen zu bewältigen. Wer nimmt sie vor? Das A.-C. Warum? Weil es das A.-C. ist. (Widerspruch.) Ich bitte mich nicht zu unterbrechen. Was ich vorbrachte, hatte die Tendenz: Man hat das Recht, unzufrieden zu sein und dies auch von der Tribüne zu sagen, und es 'st nicht angezeigt, dass, wenn jemand von der Opposition spricht, er sofort unterbrochen und niedergetrampelt wird. Geben Sie uns Gelegenheit, unsere Beschwerden vorzubringen, dann werden Sie sehen, dass wir gute Zionisten sind, besser als diejenigen, die hier schöne Reden halten. (Lebhafter Widerspruch.) Gestern ist hier ein persönlicher Freund von mir, Herr T r i e t s c h , abgemurkst worden. (Lebhafte Schlussrufe.) Vizepräsident Dr. Bodenheimeri Der Redner hat noch zwei Minuten, lassen Sie ihn sprechen.