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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 92

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 92 (sequence 93)
Language
German, English, Hebrew
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— 92 — lauben, einige Worte darüber zu sagen. Ich furchte, dass diese neue Idee der Ostafrika-Kolonisation jetzt unsere Aufmerksamkeit so für sich in Anspruch nehmen wird, dass wir in der praktischen Arbeit tatsächlich Palästina ganz vergessen werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ostafrika ist vielleicht ein Nachtasyl — ich weiss nicht, ob ein Nachtasyl mit gelbem Fieber sehr gut ist, das wird noch zu diskutieren sein — aber, wenn man das gelbe Fieber schon zu kurieren wissen wird, es wird doch nur ein Nachtasyl sein, während Palästina unsere Heimat werden soll. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Architekt Marmcrek: Gewiss! Del. Dr. Pasmanik: Deshalb müssen wir unser Interesse für Palästina lebendig erhalten, und das geht nicht anders als dadurch, dass wir uns alle Mühe geben, das Land genau kennen zu lernen. Ich möchte in dieser Beziehung den Kongress einladen, dem A.-C. ein imperatives Mandat erteilen zu wollen, dass es nicht bloss in den Protokollen der Paläsina-Kommissionen Erwähnung tut, sondern dass es eine lebendige Organisation schafft, die uns wirklich eine Palästinakenntnis bringen wird. Dann werden sehr viele Fragen, die jetzt nur theoretisch diskutiert werden, jedoch ohne Resultat, Fragen über Gross- und Kleinkolonisation und über das, was man in Palästina überhaupt tun kann, vielleicht viel praktischer, schneller und gründlicher gelöst werden können. Das kleine A.-C. scheint in manchen Angelegenheiten doch nicht ganz strenge statutengemäß vorgegangen zu sein, insofern als es das grosse A.-C. nicht zum Ratgeber in wichtigen Fragen herangezogen hat. Ist es wahr oder nicht, dass vom ganzen Ostafrikaplane die Mitglieder des grossen A.-C. erst ganz kurz vor dem Kongresse benachrichtigt wurden? Auch in anderen wichtigen Fragen hat das kleine A.-C. gehandelt, bevor das grosse A.-C. zur Beratung herangezogen wurde. Diese Praxis muss einfür allemal aufhören, oder aber wir wählen nur ein grosses A.-C, das sich in die ganze Arbeit teilt, oder nur das kleine A.-C, welches dann alles zu machen hat. Dann wählen-wir für die anderen Länder Referenten für die Agitation und dergl, aber nicht Mitglieder des A.-C Denn ein Mitglied des A.-C. zu sein, heisst nicht etwa ein Ehrenamt zu bekleiden, sondern zu arbeiten und nicht bloss theoretisierend zu arbeiten. Es müssen das Leute sein, die in allen praktischen Fragen bewandert sind und dementsprechend an der Arbeit teilnehmen können. Daran müssen wir unbedingt festhalten, ich richte diese Kritik nicht nur gegen das kleine A.-C, sondern vor allem gegen das grosse A.-C Warum lässt es sich so behandeln? Warum nehmen die Herren die Stellen als Mitglieder des grossen A.-C. an? Wenn- Sie es auf sich beruhen lassen, dann verdienen Sie nicht anders behandelt zu werden. Die Mitglieder des grossen A.-C. sind mit einer grossen Verantwortung belastet und müssen ihren Verpflichtungen nachkommen können. Ein dritter Punkt ist folgender: Diejenigen, welche die Rede des Herrn Dr. H e r z 1, die er in Petersburg gehalten hat, gelesen haben, haben darin folgende Stelle gefunden: Jetzt brauchen wir noch keine Partei, jetzt gibt es für uns kein Gegenwartsprogramm. Leider ist unser A.-C nicht immer auf diesem Boden stehen geblieben. Diejenigen, die am V. Kongresse waren, erinnern sich daran, wie wir tagelang diskutiert haben über verschiedene Fragen, die absolut keine Beziehung zu unserem Baseler Programm haben. Man hat über jüdische Kunst gesprochen, die im Goius geschaffen werden soll und die absolut mit unserem praktischen Programm nichts zu tun hat. Ich möchte, dass unser A.-C auf diesem Standpunkte einfür allemal stehen bleiben soll, dass wir vorläufig nur ein Ziel vor Augen haben, das elementare Ziel, wozu überhaupt keine Parteiungen notwendig sind, das ist die Erreichung, einer gesicherten Heimstätte. Dazu brauchen wir weder Kultur noch

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