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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 91

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 91 (sequence 92)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1935-3478073
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— 91 — die Bewegung zu führen begann? Was für eine Bedeutung hatten sie, welches Judentum kannte sie, was wussten wir von ihnen, bevor Herr Dr. rierzl unsere grossartige Bewegung zu einer politischen gemacht hat? (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und nun, als die Bewegung in Fluss kommt und merkwürdigerweise, als die Bewegung in gewisser Hinsicht ein kritisches Moment passiert, da kommen die Leute mit ihren Anerbietungen, ihren nicht gewünschten Diensten. Wir müssen unbedingt im Prinzip festhalten, dass wir an der Tätigkeit unseres A'.-C. Kritik üben sollen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, was wir den Führern dieser Bewegung schuldig sind. Nicht als Verteidiger des Herrn Dr. H e r z 1 spreche ich, sondern um Ihnen zu zeigen, dass wir, wenn wir den Geist der Herabzerrung unserer Führer hierher bringen, wir dadurch unserer Bewegung ungeheuer schaden werden. Herr Dr. N o s s i g , Herr T r i e t s c h , Sie konnten sehr nützlich an der ganzen Arbeit mitwirken, ohne an den Qualitäten unserer Führer eine solche Kritik zu üben, wie Sie es _gestern und heute getan haben. (Beifall.) Denn es handelt sich Ihnen nicht nur darum, etwa gegen einen Menschen zu arbeiten, sondern es scheint mir, dass Sie auch vor einer radikalen Spaltung unserer Bewegung nicht zurückschrecken würden. Wrenn man es verlangt, werde ich den Beweis dafür liefern, dass man sogar direkt einer Spaltung unserer Bewegung nicht abgeneigt wäre unter der Bedingung, dass die betreffenden Personen dann an der Spitze der abgespaltenen Partei stehen. (Hört! Hört!) Wir werden also eine Kritik zulassen, und wir müssen sie zulassen, doch dürfen wir nie vergessen, dass diese Kritik immer im grossen Rahmen der Einheit unserer Partei geübt werden soll. Die Einheit unserer Partei muss uns das höchste Ziel sein. (Lebhafter Beifall.) Diejenigen, die gegen unsere Einheit arbeiten, sind unsere Feinde. (Lebhatte Zustimmung.) Es ist ein schweres Wort, aber ich sage es ganz offen: Diejenigen, die in irgend einer Weise unsere Reihen spalten wollen, wollen nicht bloss einzelne Personen schädigen, sondern die ganze Bewegung. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aber das heisst noch nicht, dass wir ruhigen Mutes, ohne weiteres nur mit Applaus die Berichte des A.-C. hinnehmen können. Es gibt eine Kritik zu üben, und ich glaube, wenn eine solche sachliche Kritik geübt werden wird, dann wird nicht nur der Kongress sie ruhig anhören, sondern auch die Führer werden eine solche Kritik berücksichtigen. Ich möchte nun zu einer solchen sachlich-objektiven Kritik übergehen. Vor allem möchte ich Sie auf zwei Ziffern aufmerksam machen, die sehr frappant sind. Einerseits: Reise- und Agitationskonto 1 OS 586.74 Frcs., andererseits: Palästinaforschungen 530.38 Frcs. Ich meine, dass das sehr traurig ist. Denn die Palästinaforschungen sollten nicht 530 Frcs. kosten, sondern das Fünfzig- und Hundertfache. Wir kennen tatsächlich von Palästina nichts als die allgemeinen Umrisse, die für eine Partei und für eine Bewegung, welche die Kolonisation dieses Landes bezweckt, absolut nicht ausreichen. Wir kennen von Palästina nichts, und nachdem man 530 Frcs. ausgegeben hat, wird man auch keine weiteren Kenntnisse erlangt haben. Dr. Kokesch: Das ist keine Ausgabspost, das ist eine Einnahmepost! Del. Dr. Fasmanik: Herr Dr. Kokesch sagt mir, es sei gar nichts ausgegeben worden. Das ist also noch schlimmer. Das heisst, man hat sich mit der ganzen Frage der Erforschung Palästinas überhaupt nicht befasst. Ich habe gemeint, man hat wenigstens einige Broschüren angeschafft. Also, Herr Dr. Kokesch, damit haben Sie sich nicht gerechtfertigt, sondern Ihre Schuld nur noch erschwert. Wir müssen darauf dringen, dass man für die Erforschung des Landes Palästina viel mehr ausgibt und viel mehr arbeitet, als bis jetzt getan worden ist. Man hat vorher beschlossen, dass man über Ostafrika nicht sprechen soll. Sie werden mir aber doch er-

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