Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 81)
- Language
- German, English, Hebrew
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— so — anderem Lichte erscheinen lässt. Er erwähnte freimütig, dass es die englische Regierung gewesen wäre, welche es den Vertretern des A.-C, die über El-Arisch unterhandelten, anheimgestellt, ja gewissermassen vorgeschlagen hätte, die Erforschungs-Kommission zu entsenden. Als aber die Vertreter des A.-C. nach England kamen, um über El-Arisch zu unterhandein, hatten sie keine gründliche Kenntnis von El-Arisch. Verzeihen Sie, vielleicht Unangenehmes zu hören! Ihre ganze Erkenntnis beschränkte sich damals doch nur auf die Artikel des Herrn T r i e t s c h. Dieser hat sich die Mühe gegeben, zweimal dorthin zu reisen und die Sache zu studieren. (Beifall.) Das A.-C. aber hat sich nur die Mühe gegeben, seine Artikel zu lesen. Es handelt sich um die Durchführung des Projektes. (Schlussrufe.) Für mich und meine Freunde ist dieses Projekt etwas ganz Bedeutendes und Wichtiges. Es würde uns leid tun, wenn wir auch zu der Ansicht gelangen sollten, dass das Projekt als gescheitert zu betrachten ist, wie der Herr Präsident gesagt hat. Ich kann mich vorläufig nicht entschliessen, diese Ansicht zu teilen und habe meine Gründe dafür. Ich habe von Personen, welche die Angelegenheit kennen, Mitteilungen erhalten, welche darauf hinweisen, dass die Sache vielleicht in übertriebener Form aufgefasst wurde, un'd dass, wenn man sie bescheidener angreift, sie in gewissem Sinne durchzuführen wäre. Ich würde also dem Kongress empfehlen, sich nicht mit der Erklärung des A.-C. zu begnügen, dass das Projekt kurzer Hand gescheitert ist, sondern noch einmal eine Kommission einzusetzen, um die Sache nochmals von allen Gesichtspunkten aus durchzustudieren, um die Möglichkeit zu finden, etwas aus der El-Arisch - Sache zu machen. (Bravo! — Rufe: Ruhe!) Ich habe nämlich gehört, dass das ursprüngliche El-Arisch - Projekt vom A.-C. in vollständig begreiflicher und anerkennenswerter Weise erweitert wurde, indem man daran dachte, an den Landstrich von El-Arisch auch die Pelusische Ebene heranzuziehen, um eine grössere Kolonisation zu ermöglichen. Es hat sich dann herausgestellt, was, wie ich glaube, auch Herr Marmorek erwähnt hat, dass die Pelusische Ebene nicht zu besiedeln wäre, weil man Nilwasser ableiten müsste, worauf die ägyptische Regierung nicht eingehen kann. Ich mache aber darauf aufmerksam, vielleicht ist es möglich, auf die Pelusische Ebene zu verzichten und sich mit El-Arisch zu begnügen, welches bloss die Aufstellung von Wasserreservoirs für Regenwasser braucht. Ich bin in dieser Sache nicht informiert genug, sondern bitte eine Kommission einzusetzen, welche die Sache nochmals durchprüfen möge. Ich komme nun auf das eigentliche positive Programm des .politischen Zionismus zu sprechen, darauf, was jetzt in der Kolonisationsfrage geschehen soll. Von allen Vorschlägen und Möglichkeiten, deren der Präsident in seiner Eröffnungsrede Erwähnung getan hat, hat mich gerade diejenige am meisten angesprochen, die er auf Grund seiner Autorität als Führer dir Bewegung und als Präsident des A.-C. in den Unterhandlungen mit der Türkei im Jahre 1902 verworfen hat. Als Dr. H e r z 1 mit der Türkei in Bezug auf Palästina unterhandelte, sah er sich veranlasst, diese Unterhandlung abzubrechen, mit Rücksicht auf das Baseler Programm, wie er mitteilte, welches eine Ansiedlung in Palästina ohne öffentlichrechtliche Sicherung für nicht zulässig erklärt, oder wenigstens positiv diese Sicherung verlangt. Als er aber dann mit der englischen Regierung über das ostafrikanische Projekt verhandelte, da kam ihm wieder das Baseler Programm in die Quere, welches eine Ansiedlung ausserhalb Palästinas verpönt. Diesmal aber hat er sich merkwürdigerweise an dem granitenen Programm die Zähne nicht ausgebrochen, sondern mit grösster Leichtigkeit sich darüber hinweggesetzt und das Ostafrika-Projekt unterbreitet. Was folgt daraus? Dass von den zwei Dingen: Ansiedlung in Palästina oder Charter dem Herrn Präsidenten der Charter als das Wichtigere erscheint. Ich gestehe,.