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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 77

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 77 (sequence 78)
Language
German, English, Hebrew
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vollständig meiner Meinung sind, und dass nur die Anhänger dieser Herren anderer i\nsicht sind. Ich war also bei meiner Kritik, die nicht an diesem Platze stattgefunden hat, bemüht, mich in jenen Grenzen zu halten, die ich eben jetzt bezeichnet habe. Alle diejenigen, welche bei diesen zwei Vorträgen anwesend waren, werden mir bezeugen, dass ich einleitend bemerkt habe, dass ich die Führer des jetzigen Zionismus als Schriftsteller sehr hoch schätze, dass ich sie als Menschen sehr hoch schätze, dass ich ihre persönliche Ehre für ganz unantastbar halte, und darum glaube ich, wird man mir doch jetzt verzeihen, und wird es begriffen werden, dass ich ein Recht hatte, über ihre Eigenschaften als Führer des Zionismus mich ganz freimütig zu äussern. Ich gehe aber noch weiter. Ich bemerke, dass es mir ausserordentlich leid tat, speziell in Bezug auf Dr. Nordau, den ich seit vielen Jahren genauer kenne und ganz besonders hoch schätze und verehre, in der Lage sein zu müssen, verschiedene Dinge zu sagen, die sich ausserordentlich auf sein Verhältnis zum Zionismus und den Führern des Zionismus beziehen, welche ihm sicherlich sehr wehe tun werden. Ich bitte ihn sogar um Entschuldigung dafür, es tat mir sehr leid, aber es war unmöglich im Interesse der Sache, welche ich als die richtige und gesunde betrachte. Es tat mir auch ausserordentlich leid, dass die Herren, gegen die sich meine, wie ich sage, sachlich-persönlichen Bemerkungen richteten, nicht zugegen waren, so dass sie damals nicht antworten konnten. Um Ihnen jedoch Gelegenheit zu geben, auf meine Ausführungen gans nach Wunsch zu antworten, wird mein Vortrag in den allernächsten Tagen in Druck erscheinen. Die Herren werden dann, sei es schriftlich, sei es mündlich, darauf reagieren können. Man hat mir und Herrn T r i e t s c h das Recht zu persönlichen — ich sage nicht Angriffen — sondern zur persönlichen Bekämpfung der Führer des Zionismus in seiner jetzigen Prägung abgesprochen. Ich frage Sie aber: in welcher Weise haben die Führer des Zionismus selbst, und ganz speziell Herr Dr. Herzl, die Angriffe gegen die Gegner seiner Politik geleitet? Herr Dr. Herzl hat hier gestern nachmittag eine, ich möchte sagen geschmacklose, aber das würde ja vielleicht urlparlamentarisch sein, also eine äusserst geschmackvolle Theaterszene inszeniert, welche auf einer Vorstadtbühne von grösster Wirkung wäre. (Lebhafter Widerspruch.) Vizepräs. Dr. Nordau; Ich bitte Herrn Dr. N o s s i g , sich einer streng parlamentarischen Ausdrucksweise zu befleissigen. „Arrangierung von Theaterszenen4' ist eine Unterstellung von Absichten, die sich nicht mehr ganz mit dem Begriffe des Parlamentarischen deckt. (Lebhafter Beifall.) Ich bitte mir noch eine persönliche Bemerkung zu gestatten. Mir wäre es ganz besonders peinlich, wenn ich die Redefreiheit des Herrn Dr. N o s s i g in meiner Eigenschaft als Vorsitzender beschränken müsste. Einmal weil ich im allgemeinen Freiheiten, und besonders die Redefreiheit, nicht gerne beschränke, und zweitens, weil ich ganz besonders die Redefreiheit eines Redners, der sich von vornherein als Gegner einführt, achten möchte. Ich bitte ihn also um die persönliche Gefälligkeit, mir es nicht zu schwer zu machen, meines Präsidentenamtes ihm gegenüber zu walten. (Beifall.) Del. Dr. Nössige Ich erlaube mir an den Herrn Vorsitzenden die Frage, ob er mir gestattet, die Ereignisse des gestrigen Nachmittages hier in der Weise zu schildern, wie sie mir erschienen sind. Vizepräs. Dr. Nordau: Es täte mir furchtbar leid, wenn ich die Redefreiheit beschränken müsste. Del. Dr. Nossig: Also ich habe gesagt, dass das, was wir gestern nachmittag gehört haben, mich an eine Theaterszene erinnert hat. Ich hoffe, es ist nichts Ungebührliches darin. Es war nämlich die bekannte

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