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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 72

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 72 (sequence 73)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1916-3478054
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Judenfeinde werden wahrscheinlich Judenfeinde bleiben, aber die Anständigen unter ihnen werden ihre Feindschaft in ritterlicher Form betätigen, denn nur ein Feigling schämt sich nicht, einem Gegner anders als ritterlich zu begegnen, der mit einer grossen Ivokarde in weithin sichtbarer Farbe am Hut im Sonnenlichte auf freiem Biachfelde für sein Dasein kämpft. (Lebhafter Beifall.) So ändert der Zionismus — nicht später, gleich! — das zweitausendjährige Vorzeichen des Judentums von minus in plus, von passiv in aktiv, und lehrt die Welt, das angebliche Handelsvolk als ein handelndes Volk in einem neuen Sinne zu erkennen. (Tosender, nicht endenwollender Beifall und Händeklatschen.) Präs. ©r. fferzf: Das Wort hat Herr Dr. Friedemann. Del. Dr. Friedemarm: Meine Damen und Herren! Im Namen der deutschen Landsmannschaft, der sich die Holländer, Dänen und Italiener angeschlossen haben, ausserdem im Namen der österreichischen Landsmannschaft habe ich die Ehre, folgende Beschlüsse zu verkünden. Die Landsmannschaffen sind der Ansicht, dass die Frage einer möglichen Besiedlung Osfairikas im Kongress nach ihren prinzipiellen Gesichtspunkten vorläufig nicht erörtert werden solle, bevor eine politische Kommission, bestehend aus Mitgliedern der einzelnen Landsmannschaften, die in ihrem Votum nicht gebunden sind, sich mit dieser Frage beschäftigt und den Landsmannschaften Bericht erstattet habe. Die Landsmannschaften sind der Ueberzeugung, dass die zionistische Organisation erst nach eingehender Berichterstattung seitens des A.-C. über diese Frage schlüssig werden könne. Zu einer ganz kurzen Begründung nehme ich noch das Wort. Eine prinzipielle Stellungnahme des Kongresses ist unserer Meinung nach heute nicht möglich, so lange wir im Plenum verhandeln, weil es untunlich wäre, dass das A.-C. vor der grossen Menge des Kongresses alle diejenigen Gesichtspunkte, die für und gegen die Frage sprechen, vortrage, das kann nur in einem kleinen, internen Kreise geschehen; vor einer grossen Menge würde die Notwendigkeit vorliegen, zurückhaltend zu sein, weil mancherlei Umstände in die Oeffentlichkeit kämen, welche der Bewegung schädlich sein könnten. Andererseits haben ja die Landsmannschaften das Recht, durch ihre Delegierten zu erfahren, was vorgegangen ist, und man würde es dem Takte dieser Kommission überlassen müssen, dasjenige, was man in die Oeffentlichkeit bringen kann, zu sagen. Irgend welche Geheimniskrämerei wird nicht stattfinden. Aber diejenigen, welche hoffen, dass uns die vollkommenste Mitteilung und Kenntnis dessen zuteil wird, was in politischer Beziehung vor sich gegangen ist, gerade diese werden für unseren Antrag stimmen müssen. Ich bitte , auch zu bedenken, dass das A.-C. über alles, was die El- Arisch-Frage betrifft, die vollste Auskunft geben wird, die wir auch nicht vor einem Forum von 700 Delegierten und Tausenden von Zuhörern erwarten können. Wir bitten darum, unseren Antrag einstimmig anzunehmen. Dies, glauben wir, wäre die würdigste Art, in der der Kongress darüber verhandeln kann, und Sie werden dadurch beweisen, dass Sie Verständnis besitzen für grosse politische Fragen und dieselben nicht zu kleinem Parteigezänke zu machen wünschen, sondern von grossen Gesichtspunkten behandeln wollen. (Beifall.) Präs. Dr. Herzl: Gestern hat schon Mr. Baker im Namen der englischen und amerikanischen Delegierten einen ähnlichen Antrag eingebracht. (Del. S y r k i n meldet sich zum Wort.) Wozu wollen Sie sprechen?

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