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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 70

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 70 (sequence 71)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1914-3478052
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c — 70— p t ■ y Als es neulich galt, die Antwort des Judentums auf eine schwere [• Beleidigung zu geben., da sahen wir, dass in allen Ländern, wo Juden J. wohnen, Geld gesammelt wurde. Binnen wenigen Wochen sind auch [; an zwei Millionen Franken zusammengekommen und dieser Betrag bejj weist, dass unsere jüdischen Reichen diesmal' tief in die Tasche ge- [; griffen haben. Damit war aber auch ihre Anstrengung erschöpft, f Das C4eld wurde an den Ort der Heimsuchung geschickt und dazu ge- | sagt: „Hier ist Geld, Nun bleibt, wo ihr seid, und verhaltet euch f ruhig!" (Beifall.) Unsere Reichen haben sich zu unseren Todfeinden | in Waffen gewendet und ihnen gesagt: „Ah, ihr mordet, ihr schändet, u ihr zerstört? Hier ist Geld zur Versorgung der Witwen und Waisen, f1 zur Heilung der Verstümmelten und Siechen, zum Ersatz des Vernich-;i teten Hausrates und der geraubten Güter. Ihr werdet nach einiger : Zeit die neuen Möbel, die neuen Waren wieder vernichten, neue Leichen, § neue Krüppel, neue ihrer Ernährer beraubte Familien machen? Wir r< werden neues Geld schicken. Wir wollen doch sehen, wer früher müde '] wird: ihr, zu morden, oder wir, zu schenken!" (Lebhafter Beifall und ü Heiterkeit.) Geehrte Versammlung! Es ist nicht meine Schuld, dass selbst l die furchtbarste Tragödie sofort in eine Posse umschlägt, wenn das bisherige amtliche Judentum in ihre Entwicklung eingreift. *. Missverstelie mich niemand! Nichts kann mir ferner liegen, * als die jüdische Wohltätigkeit gering zu schätzen. Ich würde mich an meinem Volke schwer versündigen, wenn ich für seine schönste ] und rührendste Tugend keine Würdigung und kein Verständnis hätte, i Die Juden sind hoch zu preisen, die ohne einen Augenblick des Zögerns j* ausgiebig geholfen haben, als der Notschrei ertönte. Wogegen ich $. mich allein wende, das ist die im amtlichen Judentum herrschende? Auffassung, dass mit der Wohltätigkeit allein alles getan sei. Wir lj können nicht oft und laut genug wiederholen, was unser Präsident \\ gestern gesagt hat: Nein, mit der Wohltätigkeit allein ist nichts, gar jl nichts getan. Liegt kein bitterer Hohn darin, dass die Millionen, die j'; wir von den jüdischen Reichen für unsere Kolonialbank — die Bank f der Befreiung! — nicht bekommen konnten, augenblicklich beisammen K waren, als es galt, sie in einem Abgrund spurlos und ewig unfruchtbar /verschwinden zu lassen? Dass jährlich Millionen aufgewendet werden zur Unterhaltung von Ackerbauschulen für Juden, die den Acker nicht p bebauen dürfen, von Handwerkschulen für Juden, die das Handwerk % bloss an Orten betreiben dürfen, wo es.eine sichere Anweisung auf [; langsames Verhungern ist? Darin wollen wir Wandel schaffen. Die J Einführung der jüdischen Jugend in Berufe, die sie nicht ausüben | darf, das Herumschieken der Sammelbüchse nach jeder geschehenen l| Mordtat darf nicht länger unsere alleinige Volkspolitik sein. Die neue \ Volkspolitik, die ich Sie anzunehmen und zu verkünden bitte, heisst: | Organisation durch Stärkung und Vermehrung unserer Macht- I

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