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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 68

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 68 (sequence 69)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1912-3478050
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wir die Flinte ins * Korn werfen; dann jagen wir mit furchtbarer Sehneiligkeit dem erbärmlichsten Untergang entgegen. (Lebhafter Beifall.) Wenn wir aber wieder Selbstvertrauen fassen, wenn wir entschlossen sind, als Volk weiter zu leben, ein deutliches Ziel, einen klaren, festen Plan haben, dann sind wir wieder das „ewige Volk", „Am olam", und nichts und niemand vermag das geringste gegen uns. (Tosender, langandauernder Beifall und Tücherschwenken.) Dann warten wir eben geduldig, bis günstigere Verhältnisse sich darbieten, und wiederholen dann immer wieder ganz gelassen, mit unerschütterlicher Zähigkeit, der unsere Feinde nach ihrem Belieben einen andern, schimpflichen Namen geben mögen, unsere Forderung, bis in der Weltpolitik eine Lage eintritt, die es den. Mächten wünschenswert macht, uns zu hören. Inzwischen werden wir keinen Augenblick aufhören dürfen, die Judenfrage vor der Welt und vor den Eegierungen als eine stehende Aktualität lebendig zu halten und daneben werden wir an unserer inneren Organisation arbeiten müssen. (Lebhafter Beifall.) Möglichste Stärkung und Vermehrung der Machtmittel des Zionismus bleibt unsere erste und vornehmste Aufgabe. (Beifall.) Darunter sind zu verstehen: die Vervollständigung des Aktienkapitals der Jüdischen Kolonialbank, die Vergrösserung des Nationalfonds und vor allem: die Eroberung der Gemeinden und der meist von ihnen abhängenden bestehenden jüdischen Einrichtungen. (Lebhafter Beifall.) Ich weiss, man sagt uns: Das ist zu schwer, das ist unmöglich. Schwer ist es, zu schwer nicht. Zu schwer darf es nicht sein. Es ist eine erste Kraftprobe. Wenn wir nicht einmal imstande sind, rein inner jüdische, mit dem Stimmzettel in der Hand zu lösende Fragen zu bewältigen, wie sollen wir uns zutrauen, ein politisches, wirtschaftliches, soziales Werk zu unternehmen, bei dem wir es mit der ganzen nicht jüdischen Welt zu tun haben und dessen Schwierigkeiten nicht mit einer blossen Promenade zu einer Wahlurne zu überwinden sind! Ich denke, wenn ich von der Eroberung der jüdischen Gemeinden spreche, in erster Eeihe an die Länder, in denen die grosse Masse des jüdischen Volkes siedelt und die Kraft unserer Bewegung wurzelt. Dort können wir siegen, und weil wir es können, müssen wir es! In den Ländern der Assimilation liegen die Dinge anders. Da wird sich vielleicht die Eroberung der Gemeinden in absehbarer Zeit als unmöglich erweisen. In diesem Falle werden wir bloss festzustellen haben, dass die grosse Mehrheit des jüdischen Volkes und seiner staatlich anerkannten Einrichtungen die zionistische Kokarde angesteckt hat und dass die kleine Minderheit von Widersachern, die den Zionismus als System jüdischer Volkspolitik nicht nur für sich, sondern auch für die der Erlösung bedürftige grosse Mehrheit des jüdischen Volkes endgiltig ablehnt, sich selbst als Fremdkörper im lebenden jüdischen Volksorganismus bekennt. (Lebhafter Beifall.)

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