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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 55

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 55 (sequence 56)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 55 — sich selber behauptete, es zu sein. (Lebh. Heiterkeit.) Weitere Tatsachen, die dafür sprechen, sind mir nicht bekannt geworden, Tatsachen aber, die dagegen sprechen, dass Herr T r i e t s c h etwas von orientalischen Verhältnissen versteht, die habe ich allerdings reichlich. Da das, was man sagt, gewöhnlich nachher abgeleugnet zu werden pflegt, so bin ich als ein vorsichtiger Mann zunächst zu Herrn Professor W a r b u r g gegangen, der dort in der Ecke des Saales sitzt und habe den Herrn Professor beiragt, ob mein Gedächtnis mich nicht im Stiche lässt. Nachdem er mir die Tatsachen, die ich jetzt vorbringen werde, bestätigt hat, bin ich überzeugt davon, dass ich Recht habe, selbst wenn Herr T r i e t s c h nachher sagen sollte, dass ein Missverständnis vorliegt. Meine Damen und Herren! Vor vier Jahren haben wir, Herr Professor Warburg und meine Wenigkeit, da. wir in Berlin sachlichen Plänen nicht unzugänglich sind, im Sinne des Antrages T r i e t s c h ein Comite zur Kolonisation Cyperns zu gründen versucht. Herr Trietsch ging damals im Auftrage des Comites nach Cypern. Er hatte sich mit Herrn Professor W a r b u r g dahin verabredet, dass er in Triest die Leitung von Leuten übernehmen sollte, welche vorher von ihm in Gemeinschaft mit einem anderen Herrn in Galizien ausgesucht worden waren. Wir hatten mit vieler Mühe das Geld für diesen Versuch in Berlin zusammengebracht. Als Herr Trietsch in Triest ankam, waren diese Leute noch nicht zugegen. Entgegen seinem Versprechen, die Leute nach Cypern zu bringen, ging Herr Trietsch, bevor noch die Leute angekommen waren, nach Cypern hinüber. Die Folge davon war, dass die Leute schon decouragiert in Cypern ankamen und nach zwei oder drei Tagen — ich glaube es waren nur zwei Tage, sonst sagt Herr Trietsch nachher wieder, es waren drei (Heiterkeit) — haben sie ihn angefleht, er solle sie aus diesem Lande wieder fortnehmen. Die Leute mussten also sofort wieder nach Europa gebracht werden. Und das war das Land, über das Herr Trietsch noch heute seine Artikel schreibt, von dem er noch immer behauptet, dass es Koloni.sationsgebiet sei. Nun könnte man sagen, Cypern sei ein Land, in dem man ganz gut kolonisieren könne, und es habe nur an zufälligen Umständen gelegen, dass die Kolonisation nicht geglückt sei. Aber das verhält sich nicht so. Denn Herr Professor Warburg, der mir als Sachverständiger hundertmal lieber ist als Herr Trietsch, ist drüben gewesen und hat konstatiert, dass man wohl vereinzelte Dörfer in einzelnen Gegenden gründen kann, dass aber, wenn Massenkolonisation stattgefunden hätte, zu der Zeit, als Herr Trietsch eine solche einzuleiten beantragte, die Leute zu Tausenden an Malaria und Sumpffieber gestorben wären. Das, meine verehrten Damen und Herren, war so eine kleine Probe. Wir haben diese Sache in der Oeffentlichkeit nie erörtert, weil man den Skandal scheut, weil es unangenehm ist, diese Dinge öffentlich auszukramen und sich herumzuschlagen. Wir gaben also Cypern auf. Als El-Arisch in Frage kam, freuten wir uns sehr, denn, wenngleich wir nicht Herrn Trietsch als Leiter der Kolonisation gerne gesehen hätten, so hätten wir es doch gerne gesehen, wenn in Ei-Arisch etwas geschehen wäre. Und was ergab sich nun? Ein vollkommenes Missglücken auch dieses Planes. Sie haben es ja gehört, was das Gesamtresume der Expedition war! Sie werden es noch einmal hören, wenn Sie die Kommission wählen, der die Belege vorgelegt werden sollen. Dieses Land war genau so kolonisationsunfähig für eine grössere Anzahl, wie Cypern, und Herr Trietsch hatte mit derselben Sachlichkeit und Sachkenntnis wie bei Cypern behauptet, dass es sich zu einer Kolonisation eigne. Das war Nummer 2! Ich habe mit Freunden zusammen in diesem Jahre eine grössere Reise durch Erez-Jisroel gemacht. Als ich nach Pethach-Tikwah kam, sagte mir der Arzt, bei dem ich zum Abendessen war: „Sagen Sie doch, bei Ihnen kommen die wunderlichsten Leute auf!'4 Ich fragte ihn: „Wie kommen Sie darauf?", und er nahm einen Prospekt aus der Tasche und

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