Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 54)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 53 — Der Aufnahme dieses Protokolls wohnten unterzeichnete Herren bei, die hiermit die wahrheitsgetreue Wiedergabe des Gespräches bestätigen: Samuely, Dr. S c h a 1 i t, A. H. Reich, W. L. T e i t e 1 b a u m. Del. Dr. Rosenfeld: Diese Frau ist im Saale anwesend, sie ist mit uns von Wien hierher gefahren, mit mir und Dr. Lippe. (Hört! Hört!) Del. Dr. Tlerzl: Herr Trietsch, ich habe Ihnen nun eine Tatsache vorgeführt und werde schliessen. Del. Trietsch: Sie sagen eine Tatsache? Sie haben mir die Tatsache eines Protokolls vorgeführt. (Lebhafte Schlussrufe.) DeL Dr. Herzl: Herr Trietsch sagt, was ich von ihm erwartet habe, dass ich nur die Tatsache eines Protokolls vorgebracht habe. Ich habe das so sicher erwartet, dass ich diese Frau vom Juni an im Auge behalten habe, und dass sie hier in Basel ist, weil ich gewusst habe, dass Herr Trietsch mir diese Antwort geben werde. (Stürmischer Beifall und Händeldatschen. — Die Versammlung erhebt sich unter Tücher- und Hüteschwenken.) Ich schliesse. Erlauben Sie mir, noch ein Wort hinzuzufügen. Ich überlasse es der Entscheidung des Kongresses, ob die zionistische Bewegung der Einladung zum Tanze folgen soll, die Herr Trietsch an uns hat ergehen lassen. Das Urteil werden Sie sieh selbst bilden. Ich will nur meine Ansicht sagen: Ich glaube, dass die Art, wie Herr T r i e t s c h sich um die Angelegenheiten der Juden bekümmert, eine entsetzlich falsche Manier ist, ernste Dinge zu behandeln. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen. — Die Versammlung erhebt sieh und bringt begeisterte Hochrufe auf Dr. Herzl aus. Dieser wird von vielen Seiten beglückwünscht. — Del. Trietsch tritt auf die Tribüne. — Kufe: Hinunter mit Trietsch, kein Wort mehr.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Herr Trietsch, Sie haben nicht das Wort, ich bitte, die Tribüne zu - verlassen. Das Wort hat Herr Rechtsanwalt Dr. H a n t k e. Del. Dr. Hantke: Im Namen von drei Mitgliedern des Berliner Distriktsbureaus, die ebenfalls hier anwesend sind, erkläre ich . . . (Lärm.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Gestatten Sie Ihrem Präsidenten doch ein Wort. (Lärmende Zwischenrufe.) Ich werde versuchen, diese etwas erregte Debatte mit aller Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zu leiten, die überhaupt nur denkbar ist. Es ist mir dies aber unmöglich gemacht, wenn ich durch so grosse Unruhe gestört bin. Sie sehen, der Hammer, mit dem ich Ruhe zu schaffen suche, ist bereits in Stücke gegangen. Mit diesem Splitter eines Hammers will ich mich behelfen und darf deshalb zu Ihnen das Vertrauen haben, dass Sie mir meine schwere Aufgabe nicht unmöglich machen. Ich erteile nunmehr das Wort zwei Herren, weil zwei Punkte, die Herr Trietsch erwähnt hat, noch nicht geklärt worden sind. Zu dem einen werde ich Herrn Hantke, zu dem anderen Punkte Herrn Dr. Werner behufs einer tatsächlichen Erklärung das Wort erteilen. Del. Rechtsanwalt Dr. Hantke: Herr Trietsch hat in der Sitzung des Berliner Distriktsbureaus, von der ich gesprochen habe, den Antrag der Breslauer. Ortsgruppe wörtlich verlesen, und zwar mit Nennung der Namen: Trietsch, Oppenheimer, Jüdische Kolonisationsgeseilschaft. Wir haben über diesen Antrag abgestimmt, und er ist mit allen gegen die Stimme des Herrn Trietsch abgelehnt worden. (Heiterkeit.)