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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 43

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 43 (sequence 44)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1887-3478025
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— 43 — die auf einen grossen Erfolg hindeuteten. Das will mehr sagen, als eine private Aeusserung, die gefallen ist. Und, wenn sie nicht gefallen ist, wie Dr. Klee sagt, woher stammt die Aufregung bezüglich El-Arisch in diesem Kongresse, in der ganzen zionistischen Welt, wenn nicht gesprochen, gewinkt worden wäre von gigantischen Erfolgen? Vielleicht nicht mit diesen Worten: „gigantisch". (Rufe: Aha!) Also auf das „Wahr" oder „Nicht wahr" können wir noch zurückkommen, es braucht uns jetzt nichts anzugehen, ein Rückzug meinerseits liegt nicht darin. Für die Sache genügt es, wenn ich dargetan habe, dass im zionistischen Publikum eine weitgehende Erregung gewesen ist wegen der Dinge, die da vorgehen. Hoffnungen waren erweckt worden, darauf kam es mir an, nicht darauf, ob ein bestimmter Herr einen bestimmten Ausspruch getan hat. Ich gehe weiter. Also: „Wenn ich mich auch freuen würde, wenn endlich die zionistische Aktion beginnen könnte, so wird doch zweifellos" — so schrieb ich vor Bekanntmachung der heutigen Eröffnungsrede — „die Parteileitung im Falle des Erfolges wie im Falle des Misserfolges schweren Tadel verdienen: im Erfolgsfalle, weil man jahrelang über das verächtlich hinweggeblickt hat, was heute als gigantischer Erfolg aufgetischt wird — im Misserfolgsfalle, weil nur durch grobe Fehler oder falsche Grundanschauungen diese sichere Sache verdorben werden konnte." So hat sich bis heute die Landfrage im Zionismus entwickelt, wobei hervorzuheben wäre, dass, seit Dr. H e r z 1 die engsten Grenzen des Landes verlassen hat, ohne Widerspruch zu finden, auch andere ungestraft mit Programmübertretungen gekommen sind, so dass man jetzt von allen möglichen Landprojekten hören kann, bei denen .nicht im geringsten die zionistisch - nationaljüdischen Gesichtspunkte berücksichtigt worden sind. So steht heute die Landfrage. Ich habe die Entwicklung dieser Frage zu skizzieren versucht und will nun auf die prinzipiellen Fragen eingehen, die mit der jüdischen Landfrage in Zusammenhang stehen, und über die die unglaublichsten Meinungen herrschen. Es sind dies die Fragen des Charters, der Autonomie, der Garantie der Grossmächte u.s.w. Was man zionistischerseits unter Charter versteht, ist etwas Anderes, als gewöhnlich darunter verstanden wird. Man meint eine Landkonzession mit gewissen Verwaltungsrechten. Nun kann eingewendet werden, dass das, was man zionistischerseits anstrebt, sich nicht mit irgend einer bestehenden Form zu decken brauche. Aber sicher ist Charter nicht das richtige Wort und sollte schon deshalb nicht der Kultus damit getrieben werden. Auch ist von offizieller Seite nichts geschehen, um hier aufklärend zu wirken. Noch böser sieht es mit der Autonomie aus, ohne die man sich in zionistischen Kreisen den Charter nicht vorstellen kann. Ein türkischer Charter, der den Juden für Palästina zu geben sei und nicht den Juden zumindest gewisse Verwaltungsrechte gewährt, wäre ein Unding. Nun wollen doch aber die Zionisten die Volksherrschaft, die Mehrheitsherrschaft durchführen. Man will die Selbstverwaltung, die Autonomie. Da gehört denn doch sehr wenig Ueberlegung dazu, um zu begreifen, dass eine jüdische Autonomie nur da existieren oder billigerweise verlangt werden kann, wo eine jüdische Majorität existiert. Ein jüdischer Charter oder eine jüdische Autonomie für ein Palästina mit vorwiegend mohammedanischer Bevölkerung ist ganz widersinnig und wird niemals von der Türkei zu bekommen sein. Denn das hiesse ja, dass die Türkei der jüdischen Minorität des Landes die Herrschaft über die grosse Mehrzahl ihrer eigensten Landeskinder einräumt. Daran ist nicht zu denken. Trotzdem scheint dies die im offiziell-zionistischen Lager herrschende Ansicht zu sein. Aber auch damit noch nicht genug, will man diesen Charter nur dann akzeptieren, wenn man ausserdem noch die Garantie der Grossmächte bekommt. Ohne diese, meinen die zionistischen Offiziellen, sei ein türkischer Charter wert-

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