Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 42)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 41 — sie 16 000 Einwohner, ohne jüdische Einwanderung. Im Jahre 1900, 17 Jahre später, waren sie von 16 000 auf 36 000 gestiegen. Dr. Herzl: Wie war die Vermehrung von New-York in dieser Zeit? Del. Trietsch: Die Verhältnisse sind Ihnen auch bekannt. New- York ist eine hochentwickelte Industriestadt. Gaza ist industriell nicht so vorwärts gekommen, wie seine Umgebung, die von fleissigen Händen erschlossen wurde. Gaza hat heute noch keinen Handel und keine Industrie, die der Rede wert wären. Dr. Herzl: Sie verstehen den Sinn meiner Frage nicht. Ich meine, dass in dieser Zeit, wo solche Judenwanderungen stattfinden, die Ziffern, die Sie für Gaza anführen, nicht in Betracht kommen können. Del. Trietsch: Dieses Argument ist gegen Sie. E 1 - A r i s c h würde durch die Judenwanderung steigen können, wie Gaza wirklich gestiegen ist. Warum gab man es auf, wenn Sie sagen, dass durch die jüdischen Wanderer die Ziffern der Städte ausserordentlich schnell vermehrt wurden. Wenn Herr Dr. Herzl meint, dass durch die starke Judenwanderung eine grössere Vermehrung der Ziffern vorkommt, warum ist es für Gaza natürlich, warum für New-York und warum nicht für El-Arisch? Wenn wir in El-Arisch auch nicht Landwirtschaft in grossem Masstabe treiben können, so können wir doch Industrie dorthin bringen. Ich will, wenn Sie es mir möglich machen, wie Sie es Dr. Herzl möglich machten, mit der englischen Regierung eingehende Verhandlungen zu pflegen, aus dieser, wie er sagt, gescheiterten El-Arisch-Affäre den gigantischen Erfolg machen, von dem gesprochen worden ist, ohne dass etwas dahinter war. Dr. Herzl: Von wem gesprochen worden ist? Del. Trietsch: Von einem Herrn! Del. Awinowitzky: Namen nennen, sonst ist das eine Verleumdung! (Rufe: Namen nennen! Ruhe! — Lärm.) Dr. Herzl: Ich bitte doch, einen Namen zu nennen! (Unruhe.) Del. Trietsch: Sagen Sie doch erst Verleumdung, nachdem ich keinen Namen genannt haben werde. (Unruhe und Zwischenrufe.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Sie werden unserem Führer einen viel grösseren Gefallen erweisen, wenn Sie Herrn Trietsch ganz ruhig zu Ende anhören, als wenn Sie ihn durch Zwischenrufe unterbrechen. Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Die Namen! Wenn Sie wollen, haben Sie sie innerhalb zwei Minuten, verlassen Sie sich drauf. Ich will nur schnell auf etwas zurückkommen. Wo ist es erhört, dass, wenn jemand mich fragt, ich soll einen Namen nennen, schon aus der Versammlung der Ruf ertönt: Verleumdung! Del. Awinowitzky: Das ist doch klar, wenn Sie keinen Namen nennen! Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich bitte, sich nicht in Zwiegespräche einzulassen, sondern fortzufahren! Del. Trietsch: Noch ein anderer Zwischenruf ist es, den ich erledigen möchte. Herr Kremenetzki hat mir hineingerufen: „Sie haben keinen Dunst von El-Arisch!'4 Das ist erheiternd! (Del. Kremenetzky aufspringend: Ja! So ist es! Keinen Dunst! Ich vertrete das vor dem Kongresse! Keinen Dunst!) Ich kann mit grösserem Rechte die Behauptung aufstellen, das A.-C, die Expedition hätte keinen Dunst von El-Arisch, wenn ich nicht darauf hingewiesen hätte. (Lebh. Beifall. — Zischen und Pfuirufe auf der Galerie. — Andauernde Unruhe.) Vizepr. Dr. Bodenheimer: Ich glaube, es ist auf der Galerie nicht deutlich genug verstanden worden, was ich früher gesagt habe. Wenn irgendwelche Beifalls- oder Missfallsrufe von der Galerie ertönen, so werden wir von unserem Rechte Gebrauch machen, die Galerie räumen zu lassen. (Lebh. Beif.) Ich bitte die Galerie, strengstens dafür Sorge zu tragen, dass derartiges nicht nötig wird.