Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 41)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 40 — dessen Kenntnis der Expedition hätte von Nutzen sein können, und nachdem ich allein diesen Feldzug unternommen hatte und alle Publikationen dieses Feldzuges von mir herrührten, war es die allerselbstverständlichste Pflicht der Wiener Leitung, sich bei' mir zu erkundigen, ob ich weitere Materialien besässe. (Gelächter.) Da man von der Gegend des A.-C. her lacht, will ich darauf hinweisen — damit nicht wieder unnötig gelacht werde — dass man sich erinnert hat, von wem dieser El-Arisch-Feldzug unternommen worden war, als er „gescheitert" war. Ein Mitglied des A.-C. hat einem meiner Freunde — das betreffende Mitglied des A.-C. wuss+r<?<sht, dass es einer meiner Freunde war — als man fragte: was ist mit &Arisch? gesagt, das hätte Trietsch verpatzt. (Gelächter. — Lebhafte Zwischenrufe. — Ruf: Das interessiert uns gar nicht!) Die Expedition ging nach El-Arisch und der Eindruck, den sie hatte, scheint ein günstiger gewesen zu sein. Bald rauschte es denn auch im zionistischen Blätterwald von den grossen Erfolgen und Umwälzungen und vom Beginne der Aktion. Dr. fierzl begab sich nach Aegypten, und obwohl jede klare Aeusserung in den offiziellen Blättern vermieden wurde, so sprachen doch „Eingeweihte" und Uneingeweihte mit Bestimmtheit von „gigantischen Erfolgen \ die erst auf dem Kongress enthüllt werden sollten. Eine entsetzlich falsche Manier, ernste Dinge zu behandeln. Die Kongresse waren schon bisher — ohne gigantische Landerfolge — viel zu enthusiastische Veranstaltungen, als das viel Gescheites hätte herauskommen können, und nun wollte man gar die wichtigste Angelegenheit der ganzen Sache der Rausch-Stimmung jubelnder Kongressfahrer ausliefern, anstatt durch rechtzeitige Bekanntgabe eine ruhige Ueberlegung der nötigen Schritte zu ermöglichen. Aber nicht lange, und es wurde plötzlich still.--- Aber wie dem auch sei, ob es ein grosser Erfolg oder ein kleiner Erfolg oder ein Misserfolg war, das mag auf andere bestimmend wirken: Ich bin und bleibe überzeugt, dass die Tätigkeit hier jenseits der türkischen Grenze Palästinas ebenso möglich ist, wie an vielen Teilen diesseits der türkischen Grenze. Wie wäre es denn gewesen, wenn vor 16 Jahren die Grenze nicht reguliert worden wäre und das heutige Aegyptisch- Palästina Türkisch-Palästina wäre? .... Ich glaube nicht dass irgend ein zionistischer Kongress es auch nur verstanden hätte, dass man nach Erlangung einer Konzession für ein Stück Palästina erst noch eine Expedition ausgeschickt, um zu erkunden, ob dieses Stück sich zur Besiedlung eigne. Bisher haben sich alle Stücke Palästinas zur Kolonisation geeignet. Wir hören fort und fort, dass das, wo heute blühende Kolonien stehen, einst Sand und Wüste war. Was kann schlimmer sein in El-Arisch? Und El-Arisch ist im vorigen Jahrhundert von 1000 auf 5000 Einwohner gestiegen, ohne zwingende Notwendigkeit für eine Bevölkerung, gerade dorthin zu gehen, und wir haben kein anderes Land, wir können nur dahin gehen. Alle Anstrengungen der Zionisten, alle Anstrengungen der national gesinnten und palästinafreundlichen Juden müssten darauf gerichtet sein, dorthin zu gehen, allein dorthin. Die Entwicklung des Landes wäre also unter solchen zwingenden Verhältnissen ein unvergleichlich bessere gewesen. Ich will Ihnen aber noch etwas sagen. Dieser Teil Palästinas, hat man mir gesagt, sei der schlechteste von ganz Palästina. Die anderen sind ja aber noch nicht erforscht, woher weiss man denn das so genau? Aber wenn es so wäre! Im Jahre 1840 hat die Stadt Gaza in Südpalästina 2000 Einwohner gehabt, im Jahre 1883 hatte