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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 39

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 39 (sequence 40)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1883-3478021
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— 39 — einen Charter, in der Frage von Kleinasien habe es sich um einzelne zerstreute Kolonien gehandelt. Mir war das neu. Es stand nicht im Kommunique der „Welt", dass die Sache deshalb abgelehnt worden sei, weil es sich um zerstreute Kolonien handelte. Aber auch wenn das richtig wäre, war es falsch, so vorzugehen, wie ich Ihnen zeigen will. Uns ist, wie Dr. Herzl uns sagt, angeboten ein Charter für ein Stück Britisch-Ostafrika. Können wir vorher wissen, welche Entwicklung die Dinge nehmen werden? Wer steht uns dafür, dass nicht nach zehn Jahren nichts weiter davon da ist, wenn wir heute anfangen, als zehn verstreute Kolonien? Wenn wir dagegen von Sr. Majestät dem Sultan die Möglichkeit erhalten, heute mit zehn verstreuten Kolonien in s e i ne m Gebiete, also wohl in der Nähe Palästinas, anzufangen, wer steht uns dafür, dass wir nicht in zehn jähren darauf einen Charter gemacht haben — wer steht uns dafür, dass aus diesen Anfängen nicht eine kompakte jüdische Siedelung in der allernächsten Nähe Palästinas geworden ist? Es kommt nicht darauf an, wie die Dinge beginnen, sondern darauf, wie sie enden. Es hilft uns gar nichts, heute in Uganda, in. Britisch-Ostafrika etwas anzufangen, von dem niemand die Entwicklung voraussehen kann; es hilft uns mehr, wenn wir — nicht vo>n einem klein-kolonisatorischen Standpunkte aus, sondern von einem kolonisatorisch-strategischen Standpunkte aus — da anfangen, wo Se. Majestät der Sultan es uns erlauben will. Vergessen Sie nicht, der Landstrich, wo Se. Majestät der Sultan uns Land geben konnte, war viel näher zu Palästina als Ostafrika. Auf so ein Stück Land hätte Dr. Herzl nicht das Recht gehabt, zu sagen: Zion ist das freilich nicht und kann es nie werden. Denn was in der Nähe Palästinas war, ist Judenland in unserer alten Zeit gewesen und kann es wieder werden, und Judenland, das ist Zion. (Lebhafter Beifall.) Wenn Se. Majestät der Sultan willens war, uns die Kolonisation in einem Nachbarlande Palästinas zu gestatten, so war dieses Entgegenkommen des Monarchen, auf den wir fast allein zu rechnen haben, so ausserordentlich viel bedeutender, als das, was wir heute von der russischen und selbst von der englischen Regierung gehört haben, dass unbedingt ein Kongress hätte befragt werden müssen, bevor das verworfen wurde. Wenn Herr Dr. Herzl heute nicht das erreicht hätte, was er uns vorgetragen hat, sondern wenn dieser Kongress unmittelbar nach den Verhandlungen mit Sr. Majestät dem Sultan einberufen worden wäre, und Dr. Herzl hätte in derselben Weise, in der er heute von Russlands Entgegenkommen sprach, von dem Entgegenkommen gesprochen, das der Sultan ihm mit seinem Vorschlage gezeigt habe, derselbe Jubel, und ein grösserer und ein berechtigterer wäre ausgebrochen. (Lebh. Beifall. — Zischen. — Unruhe.) In jedem Falle hat es den Anschein, dass Dr. H e r z 1 s „Aussichten" auf ein Entgegenkommen der Pforte sich erheblich vermindert haben und dass ihm klar geworden ist, dass endlich irgend etwas in der Landfrage geschehen müsse. Zur Zeit des kleinen Kongresses (Ende Oktober 1902) versuchte Dr. H e r zT sich mit mir ins Einvernehmen zu setzen und hatte zu dieser Zeit noch keinerlei Absicht in der El-Arisch-Sache Schritte zu tun. Zwei Monate später wurde eine Expedition dorthin entsendet. — Mich von der Entsendung dieser Expedition zu verständigen, hielt man — trotz der von der anderen Seite versuchten Annäherung — nicht für nötig. (Hört! — Verschiedene Zwischenrufe.) Ich spreche nicht persönlich. Sie werden es sofort hören. Mein Text geht weiter: Ich kann das persönliche Unrecht, das darin liegt, hinnehmen, aber es liegt eine Unredlichkeit der Sache gegenüber in diesem Verfahren, und d i e soll nicht ungerügt bleiben. Ich hatte zur Zeit de'' Entsendung dieser Expedition noch unveröffentlichtes Material bei mir,

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