Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 37)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476266--1880-3478018- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
O •'» — So -— autzugeben, wenn auch ganz grosse Dinge offenbar für die erste Zeit da \. nicht in Frage kommen können? Mir scheint, ein Kongress hätte befragt j. werden können, eine weitgehende Untersuchung hätte angestellt werden <r. müssen, ob das, was da geschehen kann, nicht genügt, und wir müssen \ nicht vergessen, dass es nur einen Anstoss braucht, um die grosse Masse [ der Judenheit für uns zu gewinnen. Mir scheint, es hätte eine weitgehende 1 Untersuchung angestellt werden müssen, ob das nicht ein genügender An-; fang ist. Dann wären auch genügend Geldmittel sehr bald vorhanden gewesen, t um das ganze grosse Projekt in Angriff zu nehmen und eine grosse Strecke \ mit Wasser zu versorgen und grosse Dinge zu tun. Der Anfang durfte uns nicht zu klein sein und ich fürchte, da ist ein Fehler gemacht worden. Wir werden wohl noch Gelegenheit haben, das zu untersuchen.; Es ist dann die Rede gewesen von Ostafrika. Ich bin für ein grossef res Palästina. Ich bin auch dafür, dass in unserem Programm die Landest grenzen so erweitert werden, dass wir Arbeitsmöglichkeiten innerhalb l der Landesgrenzen mit einbeziehen können. Für ein so grosses Palästina | bin ich. Ich bin für ein Palästina, neben dem als Nachbarländer in Betracht \ kommen: El-Arisch, Cypern, Teile von Kleinasien, Teile von Syrien. Ich : bin für Nachbarländer in dem Sinne, in dem sie näher zu Palästina sind. Ich X bin mehr für Cypern als für Kleinasien, weil es näher zu Palästina und; heute schon offen ist. I Aber was ist getan worden, um festzustellen, ob wir in einem ( vernünftigen, in einem logischen, grösseren Palästina heute Arbeits-; möglichkeit haben, was ist getan worden, bis wir zu Afrika, gekommen j sind? Dr. Herzl hat gesagt, Zion ist es freilich nicht und kann es nie h werden. Das ist der springende Punkt. Was meint Dr. Herzl, wenn er \ sagt: „Und kann es nie werden?" Vielleicht wird er Ihnen seine Gef. danken anders erklären, als ich mir sie erkläre. Ich glaube aber eine verji nünftige Erklärung hineinzulegen, wenn ich sage, er meint, dass Ostafrika | deshalb nicht Zion werden kann, weil, wie auch die Siedelung in Palästina js anschwellen möge, sie bis dorthin nicht reichen wird. Dagegen haben wir Zeiten gehabt, wo die kompakte jüdische Siedlung die Länder um Palästina einbezogen hat. Damals waren jüdisch: Teile von Syrien, Teilendes Sinai, Teile von Unterägypten und von Kleinasien, ja sogar Kyrene und l" Mesopotamien. Es ist also ein prinzipieller Unterschied zwischen dem „Grösseren Palästin a", das ich vertreten habe, und dem recht >' entfernt liegenden Ostafrika. £ Die Nachbarländer Palästinas, von denen ich lange allein ge- | sprochen habe und die jetzt offiziell geworden zu sein scheinen, sind solche; Länder, die zwar nicht Zion sind, aber es werden können. In dem Sinne nämlich, dass sie nahe zu Palästina stehen. Das trifft aber nicht zu % für Ostafrika, und darin stimme ich mit Dr. Herzl überein. Cs ist ferner j! von Verhandlungen mit Russland gesprochen worden, und die haben uns [< ein Hoffnungslicht gezeigt, dass wir durch die Verhandlungen unseres fj Führers in Russland unserem Palästinaziel näher kommen können. Herr t Dr. Herzl hatte in einem früheren Punkte seiner Rede gesagt, an einem | Kaiserworte solle man nicht drehen und deuteln. Soll man auch an Plehwes g Wort nicht drehen und deuteln dürfen? Sollen wir uns fangen lassen? Soll [| das ein Argument sein auf diesem Kongress? Ich werde mich freuen, wenn | wir von Russland Hilfe bekommen, aber ich will mich nicht an eine I Redensart halten, die gesagt worden sein kann. (Beifall auf der 1 Galler ie.) | Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich bemerke, dass auf der Gallerie Bei- | falls- und Missfallensbezeugungen vorgekommen sind. Ich kann derlei auf f der Tribüne in keiner Weise zulassen und es wird durch die Ordner Sorge getragen werden, dass Kundgebungen irgend welcher Art auf der Tribüne nicht stattfinden.