Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 33)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 32 — ist ein sehr erfreulicher. Aber der Umstand, da-ss der jüdische Nationalfonds heute bereits sich in das tägliche Leben der zionistischen Juden förmlich eingelebt hat, lässt die zuversichtliche Erwartung zu, dass sich die Einnahmen desselben in progressiver Weise steigern werden. Die Aktivierung, Einführung und Verbreitung dieser Institution hat dem Aktions-Coniite viel Mühe und Zeit gekostet. Im Vereine mit der vom letzten Kongresse eingesetzten Kommission wurde das Statut des Nationalfonds endgiltig redigiert- und seine Legalisierung vorbereitet. Und das goldene Buch des Nutionalf'onds, das in einem Nebensaale unseres Kongresshauses aufliegt, soll Ihnen zeigen, dass wir auch die äussere Form nicht vergessen haben. (Lebhafter Beifall.) Zum; Schlüsse wäre noch der grossartigen Wirkung zu gedenken, welche die Benaissance des Judentums auf allen Gebieten des geistigen I^ebens unseres Volkes im Gefolge hatte. Jüdische Literatur und jüdische Kunst sind aus dem dunkelsten Winkel, in dem sie bisher vegetierten, in den Vordergrund gerückt. Alles gute findet lauten Beifall und Anerkennung — und die wirkende Anerkennung bringt viel gutes ans Tageslicht. —1 Jüdische Institutionen für das Gemeinwohl mehren sieh von Tag-zu Tag, aber sie haben eine neue, moderne Grundlage: sie sind nicht mehr Almosen der besser Situierten für die minder Situierten, sondern das Solidaritätsprinzip ist ihr leitendes. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das jüdische Vereinswesen entwickelt sieh stark. Die Zahl der entstandenen jüdischen Turnvereine ist bereits so gross, dass schon an dem Zusammenschluss derelben zu Verbänden gearbeitet werden kann. Volksbildungsvereine, Lesehallen, Bibliotheken pflegen die erste Arbeit einer zionistischen Vereinsgründung zu sein und jüdische Geschichte, Literatur und Sprache wird wieder eifrigst betrieben. Die Bückwirkung davon ist gehobenes Selbistbewusstsein und Selbstvertrauen, welches die ethische Existenz der Juden in diesen schweren Zeiten gekräftigt und belebt hat. Insbesonders die heranwachsende Jugend ist von nationaler Begeisterung, von Liebe und Hoffnung für den Zionismus erfüllt. Nicht erst die Zukunft wird unser sein, schon die Gegenwart ist es (Lebhafter Beifall und Händeklatschen ), denn gegenüber den einzelnen Partikeln des Judentums sind wir die einzige die Gesamtheit umfassende Organisation. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und. Händeklatschen.) Vizepräs. Montefiore: Ich habe eine geschäftliche Mitteilung zu machen. (Liest englisch.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Im Auftrage des Präsidiums habe ich mitzuteilen, dass die Pause, die jetzt eintreten wird, dazu bestimmt ist, dass die Landsmannschaften zusammentreten und sich über die Eröffnungsrede unseres Führers Dr. Herzl und den Rechenschaftsbericht besprechen, damit sie dann in der Diskussion Stellung zu nehmen in der Lage sind. Vizepräs. Montefiore: Ich unterbreche jetzt die Sitzung auf eine halbe Stunde.