Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 15)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 14 — Präs. Dr. Herzl: Ich bitte um Ruhe für den Herrn Redner. Ich bitte also, erklären Sie das kurz russisch. Del. Dr. Rosenbauni (setzt seine Rede in russischer Sprache fort). Vize-Präs. Dr. Nordau (gibt die französische Uebersetzung). Del. de Haas (gibt die englische Uebersetzung). Präs. Dr. Herzl: Wir werden jetzt abstimmen. Diejenigen, die für die Beibehaltung der Tagesordnung sind, wie wir sie proponiert haben, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. . (Nach einer Pause:) Die Tagesordnung bleibt in der Form, wie wir sie vorgeschlagen haben. Lebh. Beif.) Zur Geschäftsordnung hat das Wort Herr Rabinowitsch (Kjew). Del. Rabinowitsch (spricht russisch). (Beifall. — Lebhafte Zwischenrufe und Rufe: Schluss!) Präs. Dr. Herzl: Wollen Sie mich anhören, Herr Rabinowitsch. Es gehört sich, dass man den Inhalt eines Antrages dem Präsidium früher mitteilt und wenn man zur Geschäftsordnung das Wort verlangt, so stellt man keinen besonderen Antrag. (Lebh. Zustimmung.) Ich verstehe, dass Sie die Veranstaltung einer Totenfeier in religiöser Weise für die Opfer von Kischenew beantragen. Wir haben eine Totenfeier in der Form, wie sie sich für eine Versammlung, wie es die unserige ist, schickt, so viel ich verstehe, bereits bei Gelegenheit meiner Rede atgehalten. (Lebh. Beifall.) Wir sind hier nicht eine religöise, sondern eine politische Versammlung. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Ich bin aber überzeugt, dass, wenn eine religiöse Totenfeier an dem dazu geeigneten Orte abgehalten werden wird, gewiss keiner von uns fehlen wird. (Lebh. Beifall und Händeklatschen.) Das Wort hat Mister Baker und dann Herr S y r k i n. Del. Baker (spricht englisch). Präs. Dr. Herzl: Mister Baker beschwert sich darüber, dass 80 bis 100 Delegierte keinen Platz bekommen hätten und dass ihre Plätze zum leile von Gästen besetzt worden sind. Ich werde jetzt keinerlei Massregeln ergreifen, bitte aber die Ordner, bei den nächsten Sitzungen dafür zu sorgen, dass die Delegierten die ihnen gebührenden Plätze bekommen. Nunmehr hat Herr S y r k i n zur Geschäftsordnung das Wort. Del. Syrkin: Meine Damen und Herren! Präs. Dr. Herzl: Pardon! Herr Syrkin, worüber wollen Sie sprechen? Del. Syrkin: Ich will zu Ihrer Rede sprechen. Präs. Dr. Herzl: Sie können jetzt nur zur Geschäftsordnung das Wort haben. Wollen Sie zu meiner Rede sprechen, so werde ich Ihnen heute nachmittag gelegentlich der Debatte über den Bericht des Aktions- Comites das Wort erteilen. Ich bitte sich einzeichnen zu lassen. Zur Geschäftsordnung hat Herr Dr. Kahn (Wien) das Wort. Del. Dr. Kahn: Ich möchte beantragen, dass man, ähnlich wie es bei den anderen Sprachen zu geschehen pflegt, vor den Abstimmungen auch in kurzer Weise eine Uebersetzung ins Hebräische gibt. Wir haben hier sehr viele Mitglieder im Kongresse, welche nur Jargon oder Hebräisch verstehen. Nachdem wir aber den Jargon von kongresswegen nicht gerne fördern, so möge die Uebersetzung ins Hebräische gegeben werden, damit jene Mitglieder des Kongresses, welche einer anderen Sprache nicht mächtig sind, wissen, worum es sich handelt und worüber sie zur Abstimmung schreiten. (Beifall.) Del. Dr. Bernstein (London): Angesichts der Beschlagnahme der Räume unseres Saales durch Nichtdelegierte, schlage ich vor, dass die Sitze, welche den Journalisten an den Journalistentischen eingeräumt wurden, einer Revision unterzogen werden. Ich glaube, dass es mit der Anschauung vieler von uns übereinstimmen wird, wenn ich sage, dass die Anzahl der sogenannten Journalisten, welche die wirklichen Journalisten von ihren