Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 440 (sequence 440)
- Language
- German, English, Hebrew
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440 sorgt werden. Neben den Berufsständen existieren die verschiedenen Arten der Berufsschulen. Wir Juden sind auch in ihnen vertreten. Wir haben a) den Arbeiterstand im engeren Sinne, also die Lohnarbeiter, den Bauer, den Handwerker, den Fabriksarbeiter, b) den Kleinhandel, das Kunstgewerbe, die niedere Verwaltung, c) die höheren Berufszweige, den Grosshandel, die Grossindustrie, das Gelehrtenthum. Darum müssen auch wir Jaden auf der Grandlage der allgemeinen Volksschule als einer Erziehungsschule für den unteren Beruf die sogenannte Bürgerschule, für die mUtlere Schichte die Unterrealschule oder das Untergymnasium mit ihren Fortsetzungen in den Handels-, Gewerbe- und Fachschulen, für den höchsten Stand die Oberrealschule und Obergjnmnasien mit ihren Fortsetzungen durch die Universitäten, Techniken, Hochschulen für Ackerbau und Fachakademien haben. Und ob in der Diaspora oder im eigenen Lande, überall wird der Jude trachten müssen, wie der Beste, so auch der Tüchtigste zu sein. Darum muss die Grenze zwischen Erziehungs- und Berufsschule das Erwachen der Selbstzucht sein. Bevor man nicht Sicherheit hat, dass der junge Mensch seine Fortbildung zur moralischen Persönlichkeit als seine Ehrenpflicht betrachtet, darf der Uebergang nicht gewagt werden. Die Schulen selbst aber müssen für ihren Zweck folgendermassen organisiert sein. Das istdie dritte unserer Forderungen. Ihre Begründung ist in einer reichen pädagogischen Literatur enthalten. a) Für die E r z i e h u n g s s c h u 1 e : 1. Sie muss confessionell sein, denn das höchste Interesse ist das religiöse, in dem die Interessen des Umganges mit den Menschen und der Natur zusammentreffen. 2. Die Religion muss im Mittelpunkte des Unterrichtes stehen, damit die Einheit des Gedankenkreises am würdigsten Stoffe hergestellt und ein Lehrplansystem errichtet werde. 3. Die Ausbildung der Lehrer muss ein oberstes Interesse der Gemeinschaft sein. Gerade der beste Lehrer muss gut genug sein. Sollen sie doch Muster und Vorbilder der Schüler sein. Darum sollen die Lehrer-und Lehrerinnenbildungs-Anstalten nur hochgebildete und charakterfeste Candidäten dem Volke übergeben. Andererseits muss die Bezahlung und sociale Stellung der Lehrpersonen eine hervorragende sein. b) Für Schulen, welche der E r z i e h u n g und Berufsbildung obliegen: 1. Die Religion soll auch in ihnen ein Hauptgegenstand sein. Dies soll sich in der Stundenzahl und im Lehr plan ausdrücken. 2. Die Religion sie Ii r er für diese Schulen (Mittelschulen) haben neben ihrer fachlichen