Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 425 (sequence 425)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1799-3477936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
425 Diese Erklärung war vor der Bewegung abgegeben, die sieh inzwischen abgespielt hat, und jeder von Ihnen weiss ganz genau, und diese Herren wissen es ganz besonders, dass gegen die Worte, die damals gesprochen worden sind, von der gewählten officiellen Leitung des Zionismus niemals Verstössen worden ist. Wer das Gegentheil behauptet, müsste den Beweis erbringen. Wenn er es ohne Beweis behauptet, so will er nur eine Agitation machen, die sich selbst richtet. Auf der anderen Seite kann man doch auch nicht sagen, dass, wenn aus vielen Gründen — und ich leugne nicht, dass darunter opportunistische sind — die religiösen Fragen und Differenzen ehrfurchtsvoll ausgeschaltet worden sind, der Zionistencongress sich durchaus nicht ebenso gegenüber den ciilturellen Bestrebungen verhalten hat. Und so wie unsere Verhandlungen immer ein Element der modernen Cultur schon durch die Heden, die Sie hier gehört und durch die Redner enthalten haben, ist es — ich muss es sagen — unbegreiflich, wenn man Leuten., wie es die Mitglieder des A.-O. sind, auch nur mit der Vermuthung kommt, dass sie gegen die Cultur sind. Also auch dafür liegt ein Beweis nicht vor, und wenn man eine Bewegung machen will ohne Beweis, so ist es wieder eine Agitation, die sich selbst richtet. Wir aber haben nicht bei diesen trennenden Momenten zu verweilen, sondern immer nur das hervorzusuchen, was uns vereinigt. Dadurch ist die Bewegung in kurzen Jahren zu einer solchen geworden, wie sie jetzt ist, dass sie nicht nur Leute aus verschiedenen Orten, sondern auch Leute von verschiedener Weltanschauung vereinigt. Das ist vielleicht das Höhere und Wichtigere an dieser Bewegung. Ich glaube nun, nachdem wir in dieser Weise das Terrain für die Abstimmung geklärt haben, können wir in die Abstimmung selbst eintreten, und zwar werde ich Ihnen die Dinge vorbringen, über die Sie jetzt schon abstimmen können. Ich glaube, es befinden sich darunter einige Punkte, die ohne weiters angenommen werden können. Da ist ein Antrag, der aus drei Punkten besteht: 1. „Der Congress möge die Bibliothek in Jerusalem subventionieren."' Wird dagegen ein Widerspruch laut? (Kufe: Nein! Ben-Ami: Aber der erste Satz!) 2. ,,Der Congress möge die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Herausgabe einer hebräischen Encyklopädie aussprechen und besohliessen. zu diesem Zwecke eine Commission zu ernennen/" Ist dagegen ein Widerspruch? (Rufe: Nein! ) 3. ,,Der Congress möge die Gründung eines statistischen Bureaus bt*- schliessen/" Ist dagegen ein Widerspruch? (Rufe: Nein!) Das sind Punkte, die einen heftigen Widerspruch nicht hervorrufen können. Dies ist ein Antrag, der von den Rabbinein Reines und Rabinowitsch ausgeht. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Jetzt bitte ich Sie, mit ebensolcher Ruhe anzuhören, was vorgeschlagen wird (liest) : „Der Congress erklärt die culturelle Hebung, d. h. die Erziehung des jüdischen Volkes im nationalen Sinne, für eines der wesentlichsten