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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 423

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 423 (sequence 423)
Language
German, English, Hebrew
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423 Trotzdem waren die Rabbiner so schlau und haben es herausgefunden und dagegen protestiert. Es wird davon gesprochen, dass es eine Pflicht sei, die Kinder national zu erziehen. Das ist ein Axiom des Zionismus. Wozu die überflüssigen Worte? Was die Bibliothek anbetrifft, so gilt das. was der Türke sagt: Ist es etwas, was nicht im Koran steht* so ist es schädlich, steht es darin, so ist es überflüssig. Liegt hier etwas vor, was selbstverständlich ist, so ist es überflüssig. Ist es etwas, was man anders deuten könnte, so ist es schädlich. {Heiterkeit.) . Wir müssen allen Zionisten gerecht werden. Wenn wir sagen: nationale Erziehung, sagen die anderen national-religiöse Erziehung. Wenn wir nicht wollen, sagen die anderen: Wir sind unserer Rechte beraubt. 80 handelt es sich nur darum. Wie bereits gesagt, sprach ich darüber schon auf dem zweiten und auf dem vierten Congresse, und ich sage es jetzt wieder. Namentlich hat Herr Klausner die Sache ganz gut erklärt. Er hal: gesagt, nationale Erziehung und nicht religiöse oder religiöse und nationale, so lange die Religion nicht das Nationale ist. Auf Grund des Baseler Programmes sind wir vereinigt, das ist eine Vereinigung des Judenthums. Wir brauchen keine Zersplitterung, wir brauchen nicht als Feinde auseinanderzugehen, denn ich wiederhole es, der Zionismus ist schon an und für sich eine Culturhewegung. An und für sich wird die Cultur vorwärts gehen, und hier ist niemand dagegen. Durch so selbstverständliche Dinge wie die nationale Erziehung braucht nicht ein Zwiespalt in unsere Reihen zu kommen. (Beifall.) Was die Bibliothek in Jerusalem, d. h. unseren Nationalschatz betrifft, so denke ich, dass hier nicht zwei verschiedene Stimmen sein werden, ich meine nur, es ist zu wenig Geld da; wäre mehr da, so hätten wir mehr gegeben. Für den Verlag ist meine ganze Sympathie, aber kein Pfennig. (Heiterkeit.) Wie Herr Dr. Bruck schon erörtert hat, können wir durchaus nicht wissen, was in dem Verlage schliesslich erscheint, und der Congress kann also dafür nicht verantwortlich werden. Dann ist hier ein Congress des jüdischen Volkes, die ganze Welt blickt auf uns. Wie kann man einen Congress mit einer solchen Kleinigkeit, einem Darlehen, belästigen. Das ist ja eine private Sache, das kann ja das A.-C. geben, über so etwas kann man gar nicht sprechen. Deshalb bin ich ganz und gar dagegen. Wir sollen auch keine Präcedentien schaffen, wir haben in Russland auch mehrere Verlage. Nächstes Jahr kommen diese und sagen, wir sind auch berechtigt, eine Subvention zu bekommen. Arbeitet, und wenn Ihr wirklich lebensfähig seid, wird des jüdische Volk es erkennen und Euch Geld als Subscription liefern. Was die jüdische Hochschule betrifft — was kann man dagegen sagen? Ich möchte wünschen, dass wir nicht nur eine Hochschule hätten, sondern ganz Palästina, und dass das ganze jüdische Volk dort sei. Wir können aber sagen, dass wir zur Zeit keine Mittel dazu haben; die Sache bleibt also nur ein Wunsch, und diesen Wunsch können wir aussprechen. Was die Statistik betrifft-, so muss ich sagen, ich bin ein Arzt, und als solcher bin ich etwas praktisch. Ich glaube, es handelt sich nicht um Statistik, um eine Diagnose, sondern um Therapie, um Heilung. Die Statistik wird uns sagen, das jüdische Volk ist wirklich krank; das wissen wir. Ich hab-

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