Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 422)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Odesa 1× ep/1000834
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422 gruppieren und eine gewisse Combination finden, um uns mit der Redaction der Encyklopädie. in New-York vereinigen, wird es uns bei der grossen zionistischen . Bewegung, welche alle Kräfte anregt, gelingen, dieses Werk wieder zu beginnen. Das wird ein Ehrentitel sein für den Zionismus, und wenn ich die •Sicherheit dafür erlange auf dem Congresse, so wünsche ich. dass er diesen Titel führen soll. Es kommt mir nicht darauf an, wieviel der Congress geben wird. Man wird mir sagen, wir haben kein Geld. Wir haben aber kein Geldweil wir keine That aufzuweisen haben. Wenn man uns fragt: Was hat der Congress gethan, so werden wir sagen, er beginnt seine Thätigkeit in Palästina.. Die Bank hat Leben, aber erst dann, wenn wir sagen können, dass auch die geistige Thätigkeit entwickelt wird. Dann sind wir sicher, dass auch die Mittel des Zionismus sich vergrössern werden. Dann kann der Congress etwas thun. Mich" haben einige Personen versichert, sie werden mit ihrem Capital zur Seite stehen. Es handelt sich eben, die Begeisterung anzuregen, und es ist kein günstigerer Platz, diese hervorzurufen, als der Congress. Dr. Herzl hat gesagt: Anfangs war die Idee. Sie soll aber auch am Ende sein. Das Hebräische müssen wir festhalten, imd ich beantrage, dass man eine Commission wähle, damit wir irgendwie herauskommen aus dem Nebel, in welchen man uns einspannt durch dieses Phrasengewimmel über die Cultur. (Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Bruch (spricht russisch). Del. Diesengoff (spricht russisch). Del. Awinoiritzhi: Es ist eine alte Geschichte., die immer bleibet neur und wem sie just passieret, dem bricht das Herz entzwei. Mit diesen Worten unseres berühmten Heine will ich beginnen. Die Culturfrage ist eine alte Geschichte, aber für jeden Congress bleibt, sie neiij und wem es just passieret, wenn sie nicht das Herz bricht., bricht sie den Congress entzwei. (Heiterkeit.) Ich frage, ob einer von uns gegen die Cultur ist. Ich protestiere aus der Tiefe meines Herzens dagegen, dass hier irgendwer Anticulturist ist. In meiner Jugend bin ich im Cheder und später im russischen Gymnasium unterrichtet worden. Da war ich der hebräischen Sprache nicht mächtig. Ich habe sie aber erlernt, seit der Zionismus besteht. Ich habe auch die jüdische Geschichte gelernt, um sie dem Volke in Odessa vorzutragen. Bin ich gegen die Cultur? Ich habe eine Anregung zur Gründung von Schulen gemacht. Hier handelt es sich aber um andere Sachen. Es ist die Frage, ob der Zionismus an und für sich eine Culturbewegung ist, ob die Cultur, mag man etwas vorschreiben oder nicht, ob die jüdische Literatur, die'hebräische Sprache sich nicht von selbst entwickelt. Wir Menschen können arbeiten. Es macht sich alles von selbst. Politik ist an und für sich Cultur. Man kann die Sachen nicht so trennen; sie sind so miteinander verbunden, wie die zwei Augen im Gesichte. Ich möchte bitten., mir den ersten Punkt vorzutragen. Ich werde erklären, um was es sich handelt. Der jetzige Congress war überhaupt arbeitsam, und auch der Culturausschuss hat praktische Vorsehläge gemacht. Es ist hier gar keine Rede von der Cultur. aber wozu hat es geführt, dass man die Cultur verschleiert hat?