Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 421)
- Language
- German, English, Hebrew
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4-n Es ist der Antraggestellt worden, dass man die Bibliothek in Jerusalem unterstützen solle. Dieser Antrag nimmt keinen Standpunkt ein. Uebrigens ist das nichts Neues; denn diese Anstalt ist schon subventioniert worden. Wir Verlangen nur die Fortsetzung der Subvention. Es ist ferner der Antrag gestellt worden, ein statistisches Bureau zu errichten. Gegen diesen Antrag könnte wohl nichts eingewendet werden. Der dritte Antrag verlangt die Subventionierung des Jüdischen Verlages. Es scheint mir, dass die Herren, welche gesprochen haben, sieh nicht hineinzumischen brauchen. Sie können Stellung nehmen für oder gegen den Antrag. Wir unterstützen denselben. Ich Habe noch etwas hinzuzufügen. Es ist zwar spät, aber vielleicht wird es doch gelingen, für diesen Gegenstand etwas Begeisterung in der dreizehnten Stunde hervorzurufen. Nennen Sie es, wie Sie wollen: Cultur oder nicht Cultur, national oder nicht national, hebräisch muss es sein. Es thut mir wehe., dass das Referat Ehrenpreis nicht verlesen wurde. Es behandelt die hebräische Literatur, und weil ich darauf rechnete, dass es verlesen werden wird, habe ich in meinem Referate die jüdische Literatur in anderen Sprachen behandelt. Ich will also das vervollständigen mit einer Mittheilung und einer Empfehlung. Es ist ein neuer Gedanke angeregt worden, und ich möchte, dass die Entwicklung desselben vom Congresse ausgehen soll. Es handelt sich darum, eine Encyklopädie in hebräischer Schrift zu redigieren. (Bravo!) Vor zehn Jahren, bevor noch der Zionismus begründet worden ist, hat in Warschau ein kleines Häufchen A-on Personen mit einem kleinen Capitale den Versuch gemacht, eine hebräische Encyklopädie herauszugeben; aber die Mittel waren ungenügend; trotzdem hat man einige Hefte herausgegeben. Die Herren, die sich damit beschäftigen, wissen, dass darin Aufsätze enthalten waren, welche auf der Höhe der Wissenschaft standen und nicht schlechter geschrieben waren, als die entsprechenden Aufsätze in anderen nicht hebräischen Encyklopädien. Man musste aber aufhören, weil kein Capital vorhanden war. Nun hat sieh im Laufe der letzten zehn Jahre die hebräische Sprache entwickelt und der Leserkreis hat sich vermehrt. Die geistige Arbeit hat es dazu gebracht, dass wir jetzt mehr hebräische Leser und mehr hebräische Käufer hebräischer Bücher und ausserdem mehr hebräische Schriftsteller haben. Um etwas Aehnliches ausführen zu können^ haben wir die zionistische Bewegung, und es wäre sehr zu wünschen, dass die hebräische Encyklopädie, welche vor zehn Jahren begonnen wurde und aus Mangel an Geld unterbrochen werden musste, jetzt wieder fortgesetzt werde. Dermal erscheint in englischer Sprache in New-York die jüdische Encyklopädie. Ich glaube, es Aväre im Interesse beider Unternehmungen, dass sich beide Redactionen in Verbindung setzen. Nicht etwa, dass wir Aufsätze aus dein Englischen ins Hebräische übersetzen sollen, aber die Redaction der englischen Encyklopädie wird leicht ihr Material zur Verfügung stellen können, und dafür wird sie sicher über das unserige verfügen können. Wir in Russland, im Centrum der jüdischen Wissenschaft und der hebräischen Sprache, sind imstande, solche Kräfte zu gewinnen, welche die westeuropäischen Juden nicht imstande sind zu liefern. Ich wiederhole, wenn das entsprechende Capital geschaffen wird', wenn wir jetzt die nöthigen Kräfte