Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 413)
- Language
- German, English, Hebrew
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413 Del. Dr. Bernstein-KoTiani Ich glaube, dass die Stimmung des Congresses, eines jüdischen, eines zionistischen Congresses nie gegen die nationale Erziehung sein kann, und da man hier die Stimmung sich dagegen aussprechen hörte, dass das nur eine künstlich gemachte Stimmung sein kann. (Lebhafter Widerspruch und Rufe: Von wem gemacht?) Ich will diese Beschämung von uns nehmen, dass wir gegen die nationale Erziehung sein könnten; das können wir nicht ertragen. Präsfdent Dr. Herzl: Bann formulieren Sie Ihre Anträge besser. Wenn •Sie den Antrag stellen, man soll ohne Debatte zur Abstimmung über einen Antrag schreiten, den viele von Ihnen für wichtig zu halten scheinen — denn so oft er vorkommt, auf jedem Congresse hat immer wieder dieser Antrag die grossen Scenen provociert: Daraus geht doch hervor, dass das kein gleichgütiger Antrag ist....... Del. Dr. Bernstein-KohanAber wir möchten klar darüber sein, wie der Cohgress zu dieser Frage Stellung nimmt. Präsident Dr. Herzl: In der halben Stunde, die w^ir jetzt mit dem Zwischenfalle verlieren, wären wie vielleicht um einen kleinen Schritt weiter gekommen. Womit dieser Zwischenfall sehliesst, ist, dass wir jetzt in der Wahl des A.-C, sind und im Hinblicke auf den vorhergegangenen Auftritt die Wahl der Culturcommission hinter die Wahl des A.-C. zurückgestellt haben. Wenn wir einmal mit der Wahl des A.-C. fertig sind, also die Functionen der Bewegung gesichert haben, stelle ich die Wahl der Culturcommission auf, und bei dieser Gelegenheit können Sie schon die ganze Debatte eröffnen. (Kufe: Nur abstimmen!) Dann wird es eben zu irgend einer Sanetion, einer Wahl oder sonst kommen. Del. Dr. Bernstein-Kohan: Ich hoffe, dass Sie selbst also die Sache besser gestalten werden, so dass alle diejenigen, die gedacht haben, dass sie hier keine Redefreiheit besitzen, wieder zurückkommen können. Präsfdent Dr. Herzl-. Ich glaube nicht, dass jemand sagen kann, dass ich hier die Redefreiheit nicht wahre. Den Zwischenfall habe ich jetzt, wie - Ich glaube, genügend erklärt, das Missverständnis festgestellt. Sie selbst werden mir zugeben müssen, dass in der Abstimmung des Congresses eine Beleidigung oder ein Zeichen der Missachtung gegen diejenigen, die geglaubt haben, sich zurückziehen zu müssen, nicht enthalten war. Wohl aber ist die Ablehnung eines nicht genügend gereiften Antrages vorgelegen, und nun gehen wir weiter. (Beifall.) Del. Dr. Handtke: In der Permanenzcommision ist unter allgemeiner Zustimmung davon ausgegangen worden, dass die Zahl der Mitglieder des grossen A.-C. nicht vermehrt werde, und da dieser Grundsatz auch von den Mitgliedern der russischen Landsmannschaft aeeeptiert worden Ist, so haben auchdie übrigen Landsmannschaften darauf verzichtet, ihre weitergehenden Ansprüche geltend zu machen. Nachdem nun aber diese in der Permanenzeoimnission allgemein aeeeptierte Auffassung vom Plenum beseitigt worden ist, beantrage ich, die Zahl der Mitglieder des grossen A.-C. für Deutschland von zwei auf drei zu vermehren. Wir brauchen in Deutschland ein drittes Mitglied, wir haben für