Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 414)
- Language
- German, English, Hebrew
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414 Deutschland Herrn Rabbiner Rülf zum Mitgliede des grossen A.-C. gewährt. - Sie alle wissen, dass Herr Rabbiner Rülf in hohem Alter steht und dringend einer Unterstützung in seinen Aenitern bedarf. Sie alle haben sich andererseits damit einverstanden erklärt, dass er wegen seiner grossen Verdienste um den Zionismus und weil er auch noch heute, so weit es ihm möglich ist, für die Sache arbeitet, wiedergewählt werde. Wir brauchen also ein drittes Mitglied!, und ich stelle demnach den Antrag, für Deutschland ein drittes Mitglied ins A.-C. zu entsenden, und zwar in der Person des Herrn Dr. Friedemann in Berlin. Del. Goldberg: Ich Habe es nicht für richtig erachtet, dass plötzlich dem Congresse der Antrag vorgelegt wurde, die Zahl der russischen Mitglieder zu erhöhen. Ich muss aber erklären, dass der von Herrn Handtke vorgelegte Antrag keineswegs den Wünschen der deutschen Landsmannschaft entspricht, oder correct ausgedrückt, in der deutsehen Landsmannschaft nicht zur Sprache kam. Dieselbe hat diesen Antrag nicht unterstützt. Es handelt sieb also nicht um einen Antrag der deutschen Landsmannschaft, der vorliegende Antrag ist den Privatwünschen des Herrn Handtke und vielleicht einiger Mitglieder der deutschen Landsmannschaft entsprungen, ich persönlich erkläremich dagegen. Del. Goitein: Ich bitte über den Antrag abstimmen zu lassen. Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Die Art, wie hier eine Vermehrung der deutschen Mitglieder des A.-C. vorgeschlagen wurde, kommt einer Ueberrumpelung gleich. So viel steht fest, die deutsche Landsmannschaft hat sich zu dieser Frage nicht geäussert, und wenn ein Name in die Debatte geworfen wird, ist es schwer, ein Misstrauensvotum einer achtenswerten Person zu geben. Ich bin also dagegen, dass in dieser Art die Frage aufgeworfen wird. Dagegen bin ich dafür, dass Deutschland drei Mitglieder im A.-C. habe und das.s vor allem Berlin nicht ausseracht gelassen werde. Ich schlage deshalb vor, die deutsche Landsmannschaft möge sich zurückziehen und ich schlage weiters vor, dass wir ihr die Empfehlung mitgeben, sie möge nur dann einen Manien verkünden, wenn sie sich mit grosser Majorität dafür ausgesprochen oder wenigstens, wenn nicht eine gewisse starke Minderheit sich gegen den Betreffenden geäussert hat. Ich bitte, den Antrag des Herrn Handtke in dieser Form abzulehnen, dagegen der deutsehen Landsmannschaft einen dritten Sitz im A.-C zu gestatten und zwar soll dieses in Berlin domiciliert sein. Kommt diedeutsche Landsmannschaft zu keiner Einigung, so entfällt das dritte Mitglied vorläufig. Vicepräsident Dr. Tschlenow: Es kommt die Frage zur Entscheidung,, ob Deutsehland noch ein drittes A.-C.-Mitglied wählen soll. Diejenigen, diedafür sind, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Abgelehnt. Del. Dr. MarmoreTc: Für Nordamerika habe ich die Ehre vorzuschlagen:: die Herren Professor Dr. Richard Gottheil in New-York, Rev. Dr. S. S e h a f f e r in Baltimore, Stefan S. W i s e in Portland, Oregon, L. Z o 1 o t - k o f f in Chicago, B. Horowich in Chicago.