Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 397)
- Language
- German, English, Hebrew
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397 ausgearbeitet hat, in welchem die klare Definition des Wortes „Cultur" gegeben ist, und wonach die Cultur nicht etwas Antireligiöses, sondern rein Nationales ist, weder für, noch gegen die Religion. Sie ist für die Religion, wo diese den nationalen Geist unterstützt, und sie ist gegen die Religion, wo sie den nationalen Geist hemmt, denn auch das kommt vor. Wir haben jetzt Reden gehört, die das ganz deutlich ausgedrückt haben. Wenn der nationale Geist mit der Religion in Conflict kommt, können wir uns nur für den nationalen Geist aussprechen. Ohne nationalen Geist gibt es keinen Zionismus. Darum beantrage ich, wenigstens den ersten Punkt ohne Debatte anzunehmen. Die übrigen Anträge betreffen eigentlich Einzelheiten, darüber mag man debattieren oder auch nicht. Ich glaube übrigens kaum, dass jemand etwas Schlechtes darin finden wird, dass wir der Bibliothek des Dr. Chasanowicz 2000 Francs geben. Wenn wir einen neuen jüdischen Verlag unterstützen wollen, so wird das wohl auch keine Debatte hervorrufen. Wenn aber sich jemand findet, der etwas dagegen hat, so mag man darüber debattieren. Ueber den ersten Punkt aber sollte gar nicht debattiert werden. Denn wenn wir nicht einmal darüber einig sind, dass die nationaljüdische Erziehung der Ausgangspunkt der zionistischen Bewegung ist, so haben wir alles verloren. Ich bitte also, den ersten Punkt womöglich einstimmig anzunehmen. Dei. Dr. Jasinowski (zur Geschäftsordnung): Geehrte Versammlung! Wenn wir die jetzige Bewegung beobachten, so überzeugen wir uns, dass für den Zionismus, für die Regeneration des jüdischen Volkes drei Factoren wirken.' Erstens die Liebe zum jüdischen Volke, zweitens die nationaljüdische Erziehung, drittens die allgemeine Bildung. Um in diesen Richtungen zu arbeiten, sind zweifellos reichliche Mittel unentbehrlich. Vom Congresse können wir jetzt diese Mittel nicht verlangen, von ihm verlangen wir nur, dass er jedem Zionisten, jedem Vereine, jeder Federation als Pflicht auferlegt, in diesen drei Richtungen zu arbeiten. Del. Wortsmann: Ich möchte an das Präsidium die Anfrage richten, mit welchem Rechte das Präsidium manchen Redner bevorzugt; wir .sind schon 40 bis 50 zu dieser Frage" eingetragen und . keiner von uns bekommt das Wort, während andere, die sich erst heute eintragen Messen, das Wort erhalten. Präsident Dr. Herzl: Es wurde mir von Herrn Buber und Herrn Dr. Weitzmann ein Antrag vorgelegt, von dem sie sagten, sie werden ihn verlesen und einbegleiten. Da in diesem Augenblicke das Permanenz-Comite mit seiner Arbeit noch nicht fertig war, habe ich beiden -Herren das Wort gegeben. Nachdem beide Herren beim Worte waren, rnusste ich es auch Herrn Rabbinowitsch ertheilen, der seit einigen; Tagen sich zu einer passenden Gelegenheit zum Worte gemeldet hat, dann Herrn Rabbiner Reinisch, weil ich mich bemühen muss, die Wagschale einigermassen ins Gleichgewicht zu bringen. Nachdem dies