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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 396

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 396 (sequence 396)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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396 sie, dass sie gute Freunde seien, und giengen vereint nachhause. Die; conservativen Herren glauben, dass wir sogenannten Culturmensehen etwas gegen die Religion haben, und die Herren, welche die Cultur : vertreten, haben das grösste Misstrauen gegen die conservativen Herren und glauben, dass sie etwas gegen die Cultur haben. In Wirklichkeit scheint es, dass die einen die Bedeutung der Cultur, die anderen die ' der Religion verkennen. In der letzten Culturdebatte, die wir in der Commission gehabt haben, hat aber sogar einer der Herren Vorredner geäussert, dass die Cultur, so wie wir sie ihm vorgetragen haben, absolut nicht gegen die Religion Verstösse. Ich begreife übrigens das Misstrauen unserer conservativen Freunde recht gut. Ich wundere mich darüber nicht, denn die Cultur, die das Judenthum bis zum Auftreten des Zionismus vertreten hat, war eine fremde, keine jüdische Cultur. Wenn damals ein Jude Cultur geleckt hat, so zog er einen schwärzen Rock an, assimilierte sich und hatte nichts mehr mit dem Judenthum gemeinsam. Aus diesem Grunde meinen auch die Herren, diejenigen, die für die Cultur seien, seien keine Juden. Heute sind aber die Zeiten andere. Wenn wir eine Cultur fordern, so fordern wir eine jüdische Cultur; (Beifall.) Die Cultur wird uns zu vollkommenen'Juden machen und wird auch unser Judenthum bereichern. Wenn früher ein Jude ein Culturmensch war, so gehörte er fremden Nationen. Seit der Zionismus aufgetreten ist und seit er weiss, dass er Zionist ist, gehört auch der Jude, der in der Wissenschaft oder Kunst zur Bedeutung kommt, seinem Volke. Er schafft an der jüdischen Cultur. Es droht also dem Judenthum durch die Cultur absolut keine Gefahr, im Gegentheile. Es wird eine grosse Menge Angehöriger der Intelligenz gewinnen, und ich beantrage infolge dessen die Annahme der Anträge der Commission ohne weitere Debatte. (Beifall.) Del. Klausner: Jahrelang debattieren wir schon über die Culturfrage und sind noch kein einzigesmal zu einem endgiltigen Resultate gekommen. Jedes Jahr haben wir nicht eine Culturarbeit, sondern Culturdemonstrationen. Jedes Jahr setzen wir während des Cöngreses eine Cultur-Commission ein, aber diese Commission hat noch niemals selche positive Anträge ausgearbeitet, wie heuer. Zum erstenmale wurde heuer in der Cultur-Commission der Versuch gemacht, vielleicht könne man das Wort Cultur definieren. Es herrscht ein Miss Verständnis über dieses Wort. Jetzt haben wir zum erstenmale erklärt, dass wir darunter nicht allgemein menschliche Bildung, sondern die nationale Erziehung verstehen. Wir sind ja doch alle national gesinnt, der Nationalismus ist der Brennpunkt der ganzen zionistischen Bewegung. Auch die Rabbiner, auch die Orthodoxen, die auf den Congress kommen, müssen national gesinnt sein; wenn nicht, sollen sie nicht hierher kommen. Wenn die Herren nach Basel kommen, so bin ich ganz überzeugt, dass sie auch national gesinnt sind, und deshalb können sie nicht gegen die nationale Erziehung sein. Deshalb beantrage ich, wenigstens den ersten Punkt der Antrage anzunehmen, welche die Commission

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