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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 395

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 395 (sequence 395)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476264--1769-3477906
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395 Sakkais gebrauchen wollte. Er habe nur sagen wollen, derselbe sei nur für die Religion, nicht aber für das Land eingetreten. In Wahrheit aber ist die Geschichte so: Es gibt verschiedene Beispiele in der jüdischen Geschichte dafür, dass in jenen Fällen, wo der Feind die Vernichtung der jüdischen Religion anstrebte, die Autoritäten unter den Juden für den Kampf bis aufs äusserste eintraten, weil sie sonst den Untergang der Juden als Nation voraussahen; in jenen Fällen aber, wo es sich dem Feinde nur um die politische Oberherrschaft über das Land handelte, die Religion und Cultur der Juden aber unangetastet blieben, diese Autoritäten sich gegen den Widerstand mit Waffen aussprachen, weil sie voraussahen, dass die Epoche der politischen Herrschaft des Gegners vorübergehen, die Juden aber als Nation bestehen - bleiben würden. Das letztere galt nun auch den Römern gegenüber, welche die Religionen der anderen Völker nicht unterdrücken wollten, sondern nur die politische Herrschaft anstrebten, und daraus ergab sich auch der Rath Rabbi Jochanan ben Sakkais. Dieser war aber nicht der Vater des Antizionismus, sondern er war in Wahrheit der Vater des Zionismus. (Beifall.) Man hat ihn in einem Sarg hinausgetragen, aber er war in Wahrheit nicht todt. So war also auch der Zionismus nicht gestorben, sondern er war nur dem Scheine nach todt. Wie die schlechten Zeiten vorüber waren, hat er wieder aufgelebt. Zu den Zeiten des Rabbi Jochanan ben Sakkai hätten auch Männer wie Herzl, Nordau oder Zangwill eine andere Vorgangsweise empfohlen, als sie es heute in -friedlicheren Zeiten, in einer civilisierten Welt thun können. Wir verlieren das Volk, wenn die Wurzel verdorrt. Wir dürfen zufrieden sein mit dem heurigen Congresse. Er ist viel praktischer als alle anderen Congresse. Dieser wird einen guten Eindruck machen in Russland. Culturelle, ökonomische und geistige Hebung bringt keinen Nutzen. (Beifall und Händeklatschen.) Rabb. Reines (mit Beifall und Händeklatschen begrüsst): Jede Sache muss darnach beurtheilt werden, zu was sie passt, wo der Ort ist, wer die Menschen sind. Jeder weiss, dass sich Basel mit dem Programm für unsere armen Juden beschäftigt. Die Culturfrage ist ein Unglück für uns. Die Cultur wird alles zerschlagen. Unsere Gegend ist ganz orthodox. Die ist verloren durch die Cultur. Die Culturfragen dürfen im Baseler Programm nicht enthalten sein. Es ist ein Fehler begangen worden, der gut gemacht und beseitigt werden muss. Wir müssen bereit sein, das Leben für unser Volk, für unser Land hinzugeben, und dann wird uns Gott helfen. (Lebhafter Beifall.) Del. Lilien: Verehrte Anwesende! Wenn ich Discussionen über Cultur und Religion höre, so scheint es mir immer, als wenn es uns gienge, wie den zwei guten Freunden, die sich auf einer finsteren Stiege begegneten, und, da sie sich nicht erkannten, sich prügelten. Sie prügelten sich so lange, bis sie Schmerzenslaute von sich gaben, dann erkannten

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