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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 394

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 394 (sequence 394)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476264--1768-3477905
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394 dass er sich gegen die Religion ausgesprochen hätte, aber zu den Initiatoren der Sache haben die Orthodoxen kein Zutrauen. Es hat sich zum Beispiel gestern ein Redner dahin ausgesprochen, dass der Zionismus jetzt für uns dasjenige sein soll, was bisher die Religion für uns war. Er sagte beiläufig: Bisher war bei uns nur die Religion, jetzt wird der Zionismus regieren. Das ist ein falsches Princip: Die Religion hat nicht aufgehört und wird nicht aufhören. (Lebhafter Beifall.) Ich behaupte, dass der Jude, welcher nicht Zionist ist, auch ein Jude ist. Er ist nur kein logischer Jude, aber er kann ein wackerer, braver Jude sein. Ich behaupte weiters, dass auch der Jude, welcher nicht streng religiös ist, und sogar der freisinnigste, sich deshalb noch nicht von der Religion abwendet. Auch der Talmud erklärt, dass die Gesinnung es ist, welche den Juden macht. Die Religion vereinigt die Juden und der Zionismus vereinigt sie auch. Aber zu sagen, so wie die Religion uns vereinigt hat, so wird uns jetzt der Zionismus vereinigen, ist falsch. Die Religion hat uns vereinigt und sie vereinigt uns auch jetzt. Wir betrachten den Zionismus als ein Mittel, unsere Religion zu stärken, und umgekehrt. (Beifall.) Ich bin überzeugt, dass die Religion das letzte Wort der Civilisation ist. Sie ist das erste Wort der Civilisation, welches vor 3000 Jahren auf dem Berge Sinai gesprochen wurde. Mit der Zeit werden sich alle überzeigen, dass die jüdische Religion der richtige Weg ist, dass die Thora uns die wahre Civilisation gegeben hat, das wahre Licht. Zu sagen, , das, was bisher die Religion für uns war, wird uns jetzt der Zionismus sein, ist ein gefährlicher Schritt. Wir können verstehen, dass es junge Leute gibt, welche anderer Anschauung sind; wir schätzen sie, sie sind unsere Freunde, wir arbeiten alle zusammen, aber in religiöser Richtung ist ein ^1 üinn zwischen uns. Es geht also nicht an, ein allgemeines Programm für die Cultur aufzustellen. Ich möchte mir erlauben, eine Bemerkung hier vorzubringen, die ich gestern in einem Gespräche mit dem weltberühmten Schriftsteller Mr. Zangwill zu machen nöthig befand und bezüglich deren er mir zugab, dass sie richtig sei. Ich hoffe, dass er uns durch seine glänzende Rede Ehre verschaffen wird, und es gebürt ihm der Dank für dieselbe. Aber in dieser Rede hat er auch einen Ausdruck gebraucht, der eine schlechte Wirkung machen kann und der nicht richtig ist. Er hat ein Beispiel aus der jüdischen Geschichte in unrichtiger Weise angeführt und damit nicht nur die Orthodoxen aufgeregt, sondern alle, die mit der jüdischen Geschichte und dem Talmud vertraut sind. Er sagte nämlich, Rabbi Jochanan ben Sakkai habe nur für die Thora gebetet, nicht für das Land, und man habe den Vater des Antizionismus in einem Sarge weggetragen. Er hat mir gegenüber erklärt, dass er damit nicht etwa einen feindseligen Ausdruck gegenüber der Autorität Rabbi Jochanan ben

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