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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 392

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 392 (sequence 392)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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392 eine aus allen Sprachen der Welt zusammengesetzte Bibliothek, moderner Literatur besitzt. Darin fehlen die Werke der modernen hebräischen und d er modernen Jargon-Literatur. Es ist von grosser Bedeutung, dass dieses Institut diese Literatur als gleichberechtigt anerkenne und ihre bedeutendsten Erzeugnisse seinen Sammlungen einverleibe. Verehrter Congress! Wir haben uns in unseren Anträgen sehr eingeschränkt. Wir haben uns inacht genommen, Ihnen nichts vorzulegen, was bloss von ideeller Bedeutung wäre und nicht bereits in der nächsten oder wenigstens übernächsten Zeit verwirklicht werden könnte. Es lag uns daran, hier einige Arbeitspunkte für zionistische^ Culturarbeit anzugeben, wir wollen nicht Culturdemonstrationen, sondern thatsächliche Arbeit, Arbeit für die Wiedergeburt des jüdischen Volkes, deren schönste Aeusserung das Werden einer neuen jüdischen Volkscultur ist. (Lebhafter Beifall and Händeklatschen.) Del. Dr. Wcitzmann: Geehrter Congress! Nach den Worten des Herrn Büber bjeibt mir bloss übrig, einen einzigen Antrag zu begründen, und zwar denjenigen, der sich auf die Gründung einer jüdischen Hochschule bezieht. Ich glaube, manchem erschien diese Frage vielleicht vor einem oder zwei Jahren als etwas, wenn vielleicht nicht Ueberflüssiges, so jedenfalls als Luxusgegenstand, womit sich die Zionisten beschäftigen wollten. Allein die«Zeiten haben sich derart geändert, dass die Frage actuell geworden ist. Besonders diejenigen, die in Russland wohneiv spüren sehr, wie es an Hochschulen für die jüdische Jugend fehlt. Die Lage der jüdischen Jugend verschlechtert sich von Tag zu Tag, und jährlich zieht ein Menschenstrom von Russland und Rumänien nach den westeuropäischen Universitäten, und jetzt machen sich auch die Pforten" der westeuropäischen Universitäten vor denen, die nach Wissenschaft lechzen, zu. Infolgedessen ein unbefriedigtes Bedürfnis, das von Tag zu Tag anwächst und gefahrdrohend wird. Wir Zionisten müssen auch hier eingreifen, und wenn, wir uns auch bewusst sind, dass wir heute noch nicht imstande sind, etwas Materielles für diese Sache zu leisten, müssen wir doch mit der Sammlung des Materials beginnen, und wenn wir dies im Namen des Congresses thun, dürfen wir hoffen, dass eine Agitation, geführt im Namen des Zionismus, gute Früchte bringen wird. Was wir verlangen, ist die vorbereitende Ar.beit, die Voruntersuchung: wir verlangen zunächst, dass die jüdische öffentliche Meinung darüber aufgeklärt werde, wie viele junge Leute infolge von Massregelungen über Bord geworfen werden; was mit ihnen geschieht u. s. w. Es wird eine schwere Arbeit sein, aber es ist Pflicht der ganzen Organisation, sich der Sache anzunehmen. Ich glaube, dies ist so klar, dass ich kein Wort zur Begründung dieses Antrages zu verlieren brauche. Es eröffnen sich solche Perspectiven, dass man sagen kann, dass eine jüdische Fachschule auch zur Hochburg der jüdischen Wissenschaft werden wird, und da wir gerade an dem Punkte angelangt sind, wo wir über jüdische Studenten sprechen,

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