Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 383)
- Language
- German, English, Hebrew
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383 Besitze dieses Charters sind, weicher die nöthjgen öffentlich-rechtlichen Sicherheiten enthalten muss, können wir eine grosse praktische Colonisation beginnen. Für * die Gewährung dieses Charters werden wir der türkischen Regierung grosse Vortheile vermitteln. Das konnte und kann aber nicht vom Congresse aus geschehen, der die hierzu erforderliche juristische Persönlichkeit nicht hat. Es niusste für diese Abmachungen ein eigener Contrahent geschaffen werden. Das ist die Jüdische Colonialbank." Da muss ich eine Glosse des stenographischen Protokolles citieren: „Stürmischer, langauhaltender Beifall und Händeklatschen." Das Händeklatschen mit Händen, die nicht leer waren, waren die Subscriptionen auf die Colonialbank. Das A.-C. ist keine juristische Persönlichkeit, der Congress auch nicht, die Bank ist ein Finanzinstitut, wie wollen Sie über diese Schwierigkeit hinwegkommen? Ja, das macht nachgerade einen komischen Eindruck, wie der Chor in der italienischen Oper, der da sitzt und singt: „Rettet den Grafen, er ist ins Wasser gefallen." Es soll einer hingehen und deu Grafen packen und aus dem Wasser ziehen I Ich glaube nicht, dass wir dazu da sind, wie der Chor, zu singen: „Rettet den Grafen, er ist ins Wasser gefallen", sondern hinzugehen und den Grafen aus dem Wasser zu ziehen. (Beifall und Heiterkeit.) Wie sollen wir das machen? Eigenhändig? Nein, dafür danken wir. das halten wir für bedenklich, wir wollen uns nicht einer Kritik aussetzen, die sehr leicht ist, wenn man dann auf dem Sperrsitz sitzt. Sollen wir es gegen nachträgliche Indemnität thun? Nein! Diese Situation ist zu ungemüthlich. Denn, nachdem man Geschäftsführer im fremden Auftrage gewesen ist, sich, nachdem man jemand ein Haus gebaut hat, dem aussetzen, dass dieser dann kommt und sagt, mir gefällt der Balkon oder der Erker nicht — das ist eine Situation, der wir uns vernünftigerweise heute nicht mehr auszusetzen brauchen. Wohl hat es eine Zeit gegeben, wo wir so vorgehen mussten und wo ich so vorgegangen bin; damals hat es aber keinen Congress und keine Colonialbank gegeben, damals habe ich auf meine eigene Gefahr und auf meinen eigenen Verlust gehandelt. Ich war ein Mensch ohne Auftrag; diese Situation ist heute nicht mehr da, ich hätte es auf so lange Dauer auch nicht thun können. Heute sind die Organe geschaffen, welche beschliessen und Aufträge geben können, und erlauben Sie mir jetzt, Sie an eine Rede von mir zu erinnern — ich bin trostlos, dass ich mich so oft eitlere — an meine Rede zur Eröffnung des jetzigen Congresses. Ich habe gesagt, dass wir unsere erste Aufgabe für erfüllt ansehen, wir haben die Organe geschaffen, die nothwendig sind. Sie können benützt und in Thätigkeit gesetzt werden. Unsere Aufgabe, eigentlich meine Aufgabe, halte ich für erledigt, und ich stehe zur Verfügung, wobei ich die Wünsche unterdrücke, die ich dabei habe und die vielleicht lebhaft werden durch Discussionen,