Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 382)
- Language
- German, English, Hebrew
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S32 (Herr Temkin übersetzt den Antrag ins Russische, Herr Kessler ins Englische.) Die dafür sind, wollen die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause.) Der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung ist abgelehnt. (Beifall und Zwischenrufe.) Herr Dr. Tschlenow fragt mich, ob ich es für richtig halte, dass ich, bevor ich einen Antrag zur Abstimmung bringe, erkläre, dass ich dagegen bin. Ich halte das für mein unveräusserliches Recht. Jetzt habe ich einige Bemerkungen zu machen. Sie müssen auch mir erlauben, zur Sache zu sprechen. Diese Debatte ist glaube ich, sehr schnell klar geworden. Wir haben Herrn Ussischkin gehört, der gemeint hat, es wäre bedenklich, ein Präcedens zu schaffen. Ich weiss nicht, ob es nicht viel bedenklicher ist, das Präcedens zu schaffen, dass wir mit dem Vermögen der Jüdischen Coloniaibank ein finanzielles Institut in einem anderen Lande errichten, als worauf es abgesehen ist. Nachdem solche Argumente zur Sprache gebracht werden, muss es mir wohl erlaubt sein, das Baseler Programm und auch das Programm der Jüdischen Coloniaibank in seiner Reinheit wieder herzustellen. Dieses Finanzinstitut wurde unzähligemale als das finanzielle Instrument der Bewegung hingestellt, es ist ein Gemeinplatz geworden. Es haben sich diejenigen, die diesen Gemeinplatz gebraucht haben, nichts mehr gedacht, es scheint so, denn sonst könnte man eine solche Discussion übeihaupt nicht eröffnen. Wohl liegen grosse Schwierigkeiten vor in der juristischen Construction, und mit diesen Schwierigkeiten der Auftraggabe beschäftigt sich eben der Antrag des Dr. Farbstein, und es war die nicht leichte Aufgabe dieser Jahre, an welcher viele von uns genügend theilgenommen haben, unter anderen Mr. Bentwich, den Weg herzustellen, auf welchem etwas so Neues, wie die Einflussnahme einer Bewegung wie die unserige, auf ein in England domiciliertes Institut, möglich wird. Sie wissen, welchen Weg man dazu eingeschlagen hat: dass das A.-C. den Aufsichtsrath bildet und der Aufsichtsrath durch die Gründer - Shares auf die General-Versammlung EinfLuss nimmt. Diesen legalen Weg haben wir nach schwierigen Berathungen betreten, an denen Herr Lourie mit anerkennenswertem Eifer theilgenommen hat; ich glaube, dass er damals nicht daran gedacht hat, dass er über einen Charter-Antrag zur Tagesordnung übergehen werde. Herr Lourie, es ist ein Antrag, welcher zurückgeht auf die von Dr. Farbstein citierten Worte aus meiner Rede vom dritten Congresse im Jahre 1899, wo ich gesagt habe (liest) : „Welcher Art soll nun dieses Ergebnis sein? Sagen wir es mit einem Worte: Ein Charter! Unsere Bemühungen sind darauf gerichtet, einen Charter von der türkischen Regierung zu erlangen, einen Charter unter der Souveränetät Sr. Majestät des Sultans. Erst wenn wir im