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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 380

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 380 (sequence 380)
Language
German, English, Hebrew
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380 uns mittkeflte, ein wohlhabender Mann geworden sei. Früher mnsste er um 30 fi. Ware einkaufen und diese in Prag* um 12 fi. absetzen. (Unruhe — Rufe: Zur Sache!) Ich bin gleich fertig. Wir haben Leuten sogar mit 20.000 K unter die Arme gegriffen und ihnen geholfen. Das ist eine wichtige Sache, die ich Ihnen empfehle: die Institution der Vorschusscassen; aber sie sind aus eigener Kraft zu schaffen, denn nur dann haben sie einen gesunden Boden. (Beifall.) Del. Ussischkin (Geiieralredner contra) (spricht russisch). Dr. Tsclüenow (übersetzt) : Herr Ussischkin macht die Versammlung auf den Ernst der Frage aufmerksam. Er sagt, dass hier ein Präcedens für eine ganze Reihe von Erscheinungen geschaffen werden kann, das von sehr schweren Folgen sein kann. Wenn dieses Präcedens angenommen wird und wenn ähnliche Erscheinungen noch vorkommen, dann untergraben wir in der Wurzel dasjenige, was wir bis jetzt geschaffen haben. Es werden hier zwei Begriffe vermengt. Wir haben einen Gongress und eine Generalversammlung der Bank. Diese zwei Körperschaften müssen immer getrennt werden. Wenn wir die Zwecke und Eigenschaften dieser beiden Körperschaften vermischen, so wird das zum Schaden unserer ganzen Sache sein. Wenn die Generalversammlung und der Auf siehtsrath irgendwelche Spesen für unsere Bewegung für zweckmässig linden, so mögen sie auf ihre Verantwortlichkeit handeln. Aber hier im Oongresse können wir diese Verantwortlichkeit durchaus nicht auf uns nehmen und sollen es nicht. Wenn wir dem Antrag Farbstein zustimmen, so wird vielleicht die Zeit kommen., wo wir das bereuen werden. Del. Dr. Awinowitzlci (Generalredner pro) : Meine Herren! Wir stehen jetzt vor dem wichtigsten Momente aller Congresse. Es handelt sich um die einfache Frage: Sein oder Nichtsein! Leben oder Sterben! Wir sind keine Juristen, wir wissen von keinem Statut, wohl aber sind wir Juden und wissen aus der Geschichte, dass die Sache der Befreiung bei anderen Völkern nicht durch Statuten, nicht durch beschränkende Bestimmungen, nicht durch Analysen, sondern durch Muth und Geist zum Erfolge geführt wurde. Es fragt sich, ob wir so viel Muth haben für das Grösste, Avas wir schaffen wollen. Wenn Xapoleon seinen Soldaten in Aegypten zurief, dass vier Jahrtausende von den Pyramiden auf sie herabschauen, so war das nur eine poetische Ausdrucksweise. Ich aber sage dem ganzen jüdischen Volke oder doch allen Zionisten: Die Welt sieht auf uns, ob wir uns wirklich die Freiheit schaffen wollen oder ob es sich uns um Statuten, um Finanzen, um Geldfragen handelt. In einer Anekdote heisst es: Der spanische König stürzte ins Wasser und war in Gefahr, unterzugehen. In der Ferne stand sein Unterthan, reichte ihm aber nicht die Hand zur Rettung, weil er nicht wusstc ob in den Gesetzen etwas davon stünde dass der Unterthan seinen König berühren dürfe. Versetzen wir unser A.-C. nicht in eine solche Verlegenheit. Es kann der Mo-, inent kommen, wo es sich um Rettung oder Untergang handelt, wo es sich darum handelt, ob wir den Charter bekommen können oder nicht. Sollen wir es erleben, dass das A.-C. nicht handeln kann, weil es nicht weiss, ob es dies

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