Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 377)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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377 Dr. Weitzmann (übersetzt) : Herr Dr. Jacobsohn spricht sieh gegen die Resolution Farbstein aus, indem er bemerkt, dass wir gar kein moralisches Recht haben, die Gelder der Bank für diese Zwecke zu verwenden. Er fragt, woher man das Geld nehmen soll, wenn sich herausstellt, dass die Summe, welche gezahlt ist, nicht mehr garantiert ist. Vom Capital? Dazu haben wir gar kein Recht, denn das Geld wurde für Zwecke gesammelt, die im Statute festgelegt sind, und dann verwendet man es für Zwecke, die nicht festgelegt sind. Wenn es für die Propaganda oder für den Agitationsfonds wäre, könnte man das ganze Geld verwenden und brauchte auch keine Control- Commission. Das Geld aber, welches zu speciellen Zwecken gesammelt wurde, haben wir kein Recht anzutasten, denn wir laufen Gefahr, dass die ganze Bank dadurch zerstört wird. Del. Sliaier: Ich mache darauf aufmerksam, dass die Frage der Bank hier nicht vom Standpunkte der russischen Juden diseutiert werden soll, sondern vom Standpunkte der nationalen jüdischen Bank. Als englischer Delegierter mache ich Sie auf Folgendes aufmerksam; Wie wir die Shares in London gesammelt haben, hat das ganze jüdische Publicum die Sache so verstanden, dass das Geld nicht für Speculationen, sondern für einen hohen Zweck, für die gesammte jüdische Masse bestimmt sein soll. Deshalb kann dieser Zweck nur ein politischer und kein commerzieller sein. Wenn wir die Resolution Farbstein verwerfen, so entfernen wir uns vom Geiste, in welchem wir zu arbeiten angefangen haben. Die meisten russischen Freunde, wie Dr. Awinowitzki, sind Agitatoren, und alle legen vom Gesichtspunkte der Agitation Wert auf die Bank als commerzielle Institution. Es möge nicht daran vergessen werden, dass wir für die Bank als nationale Institution agitieren müssen, keinesfalls aber sie zu einem Agitationsmittel machen dürfen. Ich bin der Meinung — und alle englischen Delegierten sind mit mir in dieser Frage einverstanden — dass wir einfür allemal das Geld, welches bis jetzt in der ganzen Welt gesammelt worden ist, für die allgemeinen politischen Zwecke verwenden müssen. Es wäre gut, wenn der Herr Präsident und das A.-C. uns klar und deutlich sagen wollten, was sie darüber denken, zu welchem Zwecke die Bank verwendet werden soll. Sie wissen, was hinter den Coulissen vorgeht, wir wissen es nicht. Angenommen, dass wir hier etwas bestimmen, was nicht praktisch ist, weil wir nicht genügend unterrichtet sind: Was wird geschehen? Das Comite wird sagen: Meine Herren! Sie haben etwas bestimmt, was nicht praktisch ist, wir können nicht arbeiten, wir resignieren. Sie werden dann sagen müssen: Wenn es so ist, ziehen wir den Beschluss zurück. Darum sage ich umgekehrt, bevor wir über den Antrag* Farbstein debattieren, wollen wir eine klare Erklärung des Präsidenten namens des A.-C. hören. Glauben Sie, dass das Geld in der Bank verwahrt werden muss bis zu einem gewissen Tage, wenn Sie einen grossen Check für jemanden für den Charter zu schreiben haben werden, oder dass es in Geschäften investiert werden und dass der Charter auf eine andere Weise ohne einen grossen Check beschafft werden kann? Das ist der Cardinalpunkt. Wenn wir diese Erklärung