Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 361)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Odesa 1× ep/2781475
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361 arbeiten, so hat uns Herr Trietsch ein neues Stück Amerika in Palästina entdeckt, wo wir arbeiten können. Jedenfalls aber muss man in Palästina arbeiten. Das Maximum, welches Herr Ussischkin aufgestellt hat, ist zu klein, und ich glaube, die Versammlung wird es vergrössern. Was die Arbeit in Russland betrifft, so möchte ich einfür allemal sagen: Wir wollen, dass in Russland gearbeitet werde. Ich weiss, welche Wirkungen es gehabt hat, wie unsere armen Brüder in Odessa sich glücklich geschätzt haben, wie man ein Zimmer für die Bank haben konnte und wie man später ein besseres Zimmer dazu hergegeben hat. Die armen Leute werden ihre letzte Kopeke hineintragen, nicht dass sie etwas von dort herausnehmen wollen. (Beifall.) Es muss auch nicht gerade den Namen der Jüdischen Colonialbank haben. Es ist für uns ganz genug, wenn es auch anonym ist; wenn nur die Actionäre wissen, dass an dem Platze die jüdische Bank arbeitet, so wird das auf sie sehr gut wirken. Wenn man sagt, warum nicht in Rumänien, so antworte ich: Wenn man der Meinung ist, dass die Bank in Rumänien Einkünfte haben soll, so möge man Vorschläge machen. Wie viel Geld ist aus jenem Lande herausgekommen? Von den Vj2 Millionen, die in der Bank sind, sind 1*8 aus Russland. Man möge also den Grundsatz aufstellen, dass wenigstens ein Viertel inRussland verwendet werden kann. Nun komme ich zum Aufsichtsrathe. Es ist nicht richtig, dass der Aufsichtsrath nur ein Veto hat, er muss auch Ja sagen dürfen. Heute sind alle Actionäre der Bank Zionisten, aber mit der Zeit, wenn unsere Bank gute Geschäfte machen wird, werden auch Nicht-Zionisten in die General-Versammlung kommen. Da muss der Aut'sichtsrath unsere Interessen stützen, der Aufsichtsrath muss dasselbe Recht haben, wie die Actionäre, und die Actionäre haben das Recht, nicht nur Nein, sondern auch Ja zu sagen. Del. Rosenfeld: Ich möchte fragen, ob die Frage der Assecuranzgeschäfce und der Lebensversicherung berührt werden darf. Präsident Dr. Herzl: Sie können sich zu jeder Frage zum Worte melden. Del. Dr. Sussmann: Was die erste Frage betrifft, ob die Bank ihre Thätigkeit in Palästina aufnehmen soll, so glaube ich, dass man in dieser Beziehung sich gar keine Beschränkung auferlegen soll. Die zweite Frage, ob eine Thätigkeit im Golus eröffnet werden soll, ist zweifelhaft. Auf früheren Congressen ist diese Frage auch aufgetaucht, und dieselben russischen Brüder haben diese Frage absolut verneint, weil sie geglaubt haben, dass es im Iateresse der Bank ist, das Geld für Bankgeschäfte im Golus nicht zu verwenden. Wenn die Herren sagen, dass bloss eine Geschäfts- oder Zahlstelle in Russland eröffnet werden soll, so ist das eine solche Kleinigkeit, die nicht der Rede wert ist. Was wollen die Herren? Eine Cassa und zwei Beamte? Auf eine solche Thätigkeit in Russland sich zu berufen, ist eine Selbsttäuschung. Sie müssten verlangen, dass die Bank Bankgeschäfte betreibe,