Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 362)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1736-3477873- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
362 und dann ist es nicht unbegreiflich, wenn die Juden in Rumänien dasselbe verlangen. Sie haben vielleicht weniger Actien gezeichnet* aber sie haben das Recht, denselben Nutzen davon zu haben, wie alle anderen Volkstheile. Was bedeutet es aber, wenn Sie solche Bankgeschäfte betreiben? Sie haben das Geld von den Armen genommen, werden es aber nur den Reichen geben. (Beifall.) Sie werden ja doch das Capital gut anlegen wollen, Sie werden also nicht Armen beispringen können, wenn Sie auch wollten. Das von den Armen genommene Geld wird zur Unterstützung von Grosskaufleuten und Bankhäusern verwendet werden. _ Ein anderer Gedanke wäre, die Bank zu beauftragen, ein zweites Institut zu financieren, nämlich eine jüdische Diseont-Bank, welche die Aufgabe hätte, Geschäfte im Golus zu betreiben. Die Grenze könnte man mit 100.000 Pfund Sterling bestimmen. Dadurch würden wir neue Capitalien bekommen und die Möglichkeit haben, solche neue Capitalien der Bank zuzuführen. Denn eine solche Bank wird nicht nur die Bedeutung haben, das? wir agitieren und mehr Shares bekommen, sondern sie wird das jüdische Volk aus den Händen jüdischer Wucherer befreien, die es auch politisch beherrschen und ihr Geld dazu verwenden, dieses Volk nicht zu Worte kommen zu lassen. Das wäre also von materiellem und moralischem Interesse. Daher beantrage ich, „die Colonialbank leitet die Subscription für eine Bank ein, mit einem Grundcapital von 100.000 Pfund, welche Banken in Russland, Galizien, Rumänien begründen soll". Del. Dr. Jakobsohn (spricht russisch und fährt dann fort): Zur Frage über Palästina möchte ich hinzufügen, dass wir das Capital nicht beschränken dürfen. Das Capital soll nicht zu gross sein; aber eine Beschränkung wäre falsch. In dieser Hinsicht können wir das vollkommen dem Aufsichtsrathe überlassen. Was die Abtheilung für Russland betrifft, so hat uns der Vorredner missverstanden. In Russland ist eine Abtheilung unbedingt nothwendig aus dem Grunde, weil wir noch 1.750.000 Rubel zusammenbekommen müssen. (Redner schliesst in russischer Sprache.) Präsident Dr. Herzl: Es kommt der nächste der noch eingezeichneten mehr als dreissig Redner zum Worte. Del. Golde: Ich stelle den Antrag, ohne Anhörung weiterer Redner den Antrag Ussischkin zur Abstimmung zu bringen. Präsident Dr, Herzl: Ich mache darauf aufmerksam, dass wir zunächst einen Antrag des Bank-Ausschusses vor uns haben. Es geht doch nicht, dass Sie an diese Commission auch nur so lange glauben, so lange sie nicht gewählt ist. Sie müssen ihr wenigstens den Vortritt lassen vor allen anderen Anträgen. Dann ist noch ein Autrag von Bodenheimer, Handtkeund Genossen da. den ich verlesen lasse. Del.Handlkc (liest): „Der Congress nimmt die Anträge der Bank-