Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 358)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1732-3477869- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
358 hinauslaufen, in Palästina möglichst bald eine Geschäftsstelle zu errichten, meine Sympathie haben. Ich glaube, dass wir verpflichtet sind, sehr bald dazu üb er zu gehen r und zwar aus den Gründen, die Herr Rezek angegeben hat. Seine Ansicht kann ich gerade nicht für richtig halten, denn es liegt im Statut, dass alle geschäftlichen Unternehmungen, die im Interesse des jüdischen Volkes in irgend einem Lande liegen, in den Bereich der Transactionen gezogen werden sollen, welche die Bank aufzunehmen laut den Statuten berechtigt ist. Aber in Palästina sind wir verpflichtet, bald etwas zu thun. Wir haben dort eine Reihe von Colonien, die aus eigener Kraft entstanden sind, zum Beispiel die Colonie „Petach Tikwah", die hat nie etwas verlangt. Diese Leute stehen heute vor der Frage, ob sie in der Lage sind, ihre Colonisationsthätigkeit weiterzuführen oder nicht* Die Leute haben, wie mir ein beglaubigter Vertreter aus Jerusalem sagte, keine Aussicht, sich weiter zu erhalten, wenn nicht bald etwas geschieht. Sie verlangen von der Bankstelle nur kleine Credite..Hierfür geben sie Sicherheit in Realitäten, die mindestens den doppelten Wert derjenigen Credite ausmachen, die sie beanspruchen. Die Leute haben die Möglichkeit, aus der Ernte das, was sie beanspruchen, sehr bald zurückzuerstatten. Wenn wir colonisieren wollen, müssen wir sorgen, dass die vorhandenen Colonien nicht untergehen. Die müssen vor allem gerettet werden. (Beifall.) Des weiteren möchte ich aufmerksam machen, dass eine Bankstelle in Palästina sehr gut lebensfähig wäre und dass eine Reihe von Kaufleuten in Palästina selbst bereit ist, diese Bank in einer Weise zu beschäftigen, dass zunächst ein genügender Umsatz vorhanden wäre und die Bank in die Lage käme, sich das Vertrauen weiter commerzieller Kreise zu erwerben. (Beifall.) Was die Frage einer Bankstelle in Russland betrifft, so haben wir im Bank-Ausschusse uns der Ansicht der russischen Vertreter angeschlossen. Ich bin der Ansicht, dass dem Bankstatute nach gar nichts im Wege steht, in Russland zu arbeiten. Im Gegentheil bin ich dafür, dass auch dort in einer Form, die das Directorium finden kann, ein Anfang gemacht werde. Die Herren versichern auf das bestimmteste, dass, wenn die Bank eine Expositur errichtet, dies auf die Genossen sehr belebend wirken wird in Bezug auf die weitere Placierung der Shares. Die russische Geschäftsstelle wird ja die Correspondentin von vielen Banken innerhalb Russland werden und auf diese Weise dem jüdischen Volke sehr gute Dienste leisten, indem sie zwischen den russischen Geschäftsleuten und der Bank in Palästina die Ein- und Ausfuhr vermittelt. (Beifall.) Wenn wir ferner einstimmig gewisse Sachen dem Aufsichtsrathe zur Erwägung gegeben haben, so entnehmen Sie daraus, dass ich dafür bin. Ich bin deshalb dafür gewesen, weil es auch ausdrücklich hiess: „zur Erwägung". Hätte es geheissen : „zur Berücksichtigung", wäreich nicht dafür gewesen.