Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 357)
- Language
- German, English, Hebrew
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357 Betrag zur Verfügung gestellt wird, würden wir noch wirksamer thätig sein können. Unser Aussenstand ist heute 300.000 Kr., unser eigenes Capital von ursprünglich 20.000 Kr. auf 50.000 Kr. erhöht. Sie sehen also, dass wir Gott sei Dank einen gesunden Credit haben und auf den Credit •der Colonialbank nicht angewiesen sind. Nichtsdestoweniger glaubten wir der Colonialbank und vielen anderen dienen zu können, aber ich anuss hier sozusagen contra domura sprechen. Meine Wähler und die Mitglieder des Directoriums unserer Vorschusscassa werden von mir noch nie so enttäuscht gewesen sein, als-wenn ich ihnen sagen würde, ich habe selbst dagegen gesprochen. Nach reiflicher Ueberlegung bin ich nämlich zur Anschauung gekommen, dass das Capital, welches die Colonialbank heute besitzt, ein mühsam erworbenes ist und, wie schon aus dem Titel „Colonialbank" hervorgeht, das Geld für die Colonisation in Palästina da ist. Die Herren, die an eine geschäftliche Thätigkeit in Russland, Galizien oder wo immer denken, vergessen daran, dass wir in absehbarer Zeit, wenn vielleicht eine Ueberraschung kommt und wir das Geld brauchen, es nicht zurückziehen können. Wenn wir Vorschusscassen in Russland oder Galizien gründen, so mache ich Sie darauf aufmerksam, dass Sie einen Credit von anderen Banken nicht erreichen können und nur auf den Credit von der Colonialbank angewiesen sind. Die Colonialbank darf aber ihre Gelder nicht fest investieren; sie könnte wohl Geschäfte machen, wenn sie das Geld in kürzeren Kündigungsfristen zurückverlangen kann. Wenn aber Vorschusscassen einen so sehr beschränkten Credit haben und die Colonialbank plötzlich sagen würde: bis hieher und nicht weiter, so würden soundsoviele Vorschusscassen zugrunde gehen, soundsoviele Existenzen würden vernichtet werden. Die Folge wäre ferner, dass die Colonialbank sehr oft anrennen könnte, und das wäre zum Unheile für unsere ganze Bewegung. Die Befürchtung, dass wir zuschaden kämen, bewegt mich zu dem Antrage, dem Directorum die Anregung zu geben — aber nicht Geschäftsdirectivem denn das Directorium hat seine Statuten vorgeschrieben — keine Geschäfte in Europa zu machen, das Geld aufzubewahren zu dem .Zwecke, zu welchem es berufen und bestimmt ist, ausgenommen, wenn vielleicht Sachen vorkommen, in welchen das Directorium einen erspriesslichen Zweck erblickt. Präsident Dr. Herzl: Ich bitte Herrn Rezek und alle Herren, welche Anträge stellen, dieselben aufgeschrieben hierher zu geben. Del.Behr (Berlin): Wenn ich hier zu Ihnen sprche, so mache ich darauf aufmerksam, dass ich nur für meine Person spreche, nicht als Obmann dss Bank-Ausschusses, da Ihnen das officielle Referat desselben bereits vorgelegen ist. Denn ich kann mich nicht ganz einverstanden erklären mit dem ganzen Inhalte dessen, was man Ihnen vorgeschlagen hat. Ich muss bemerken, dass die Anträge, welche darauf