Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 326)
- Language
- German, English, Hebrew
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326 frieden -wären, wenigstens Knospen zu sehen, wenn wir vorzeitig sterben müssten — werden wir doch noch viel zufriedener sein, wenn Dr. Herzl und alle, die wir hier sind, die Blüten sehen könnten. Darum fordere ich diesen grossen Congress auf, nicht auseinanderzugehen, ohne gegen die Haltung jener zu protestieren, die verhungern lassen und vernachlässigen, wo sie nähren und pflegen könnten, die kleinliche Ansichten von ihren Pflichten als Testamentsvollstrecker eines grossen Wohlthäters haben, als Testamentsvollstrecker eines leidenden Volkes. Ich beantrage, dass dieser Congress die Haltung und das Vorgehen der Hirsch'sehen Testamentsvollstrecker öffentlich verurtheile. (Stürmischer, langauhaltender, wiederholt sich erneuernder Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. Hcrrd: Ich möchte dem Congresse mittheilen., dass ich vorhabe, einen Gewaltstreich zu begehen. Sie können mich selbstverständlich an der Ausübung dieses Gewaltaetes verhindern* aber mein Gefühl sagt mir. dass es für den Congress besser ist,, wenn Sie das thun oder eigentlich unterlassen, was ich Ihnen vorschlage. Während ich nämlich die Rede des Mr. Zangwill zweimal gehört habe., ist mir die Ansicht gereift, dass es bei allem Itespecta den wir vor seiner Person haben, besser ist, wenn wir über den Antrag nicht abstimmen. (Bravo!) Es gibt gewisse Worte, die man sagen kann und die dann nicht verloren gehen, auch wenn nicht irgend eine Kundgebung sich daran sehliesst. Aber ich glaube, dass es zu Missdeutungen führen könnte., die ich im Interesse unserer Bewegung gerne vermieden sähe. Wenn Sie mir daher keine Schwierigkeiten bereiten werden, so will ich gegen den ausdrücklichen Antrag des Herrn Zangwill diese Resolution als erledigt erklären und zur Tagesordnung übergehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. — Nach einer Pause:) Wenn kein Widerspruch erfolgt, nehme ich an, dass der Congress mit den von mir angedeuteten Gründen einverstanden ist. (Zustimmung.) Wir fahren nun fort in der Debatte über den Organisationsentwurf. Der nächste., der zum Wrorte gemeldet ist, ist Herr Trietsch. Del. Trietsch: Die Pause war so lange., dass es nothwendig ist, den Paragraphen nochmals zu verlesen. Secretär Jteich (liest) : „§ 25. Da sich die Landes-Organisationen aus den einzelnen Vereinen aufbauen und der Verkehr des engeren A.-G. mit der Federation (Landes - Comite) durch die Mitglieder des grossen A.-C. stattfindet, so ist der Verkehr des engeren A.-G. auch mit einer Gruppe von Vereinen ausgeschlossen, so lange diese den Federations-Charakter nicht erlangt haben. Um eine neue Federation zu bilden, ist es nothwendig, dass wenigstens 50 Vereine mit einer Gesammtzahl von mindestens 5000 Schekelzahlern sich zusammenschliessen und die Bestätigung der Statuten vom engeren A.-G. erlangen". Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Ich halte den vom Präsidium vorgeschlagenen Paragraphen sinngemäss für den besten. Er muss