Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 324)
- Language
- German, English, Hebrew
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324 nöthig oder nützlich sein mögen, um die Hilfsquellen des so erworbenen Landes zu entwickeln und es zu Zwecken der Colonisation geeignet zu machen. Drittens: Zuwendungen, Schenkungen u. s. w. anzunehmen. Viertens: Handels-, Agricultur- und andere Niederlassungen in irgend einem Lande, das irgendwo, ausgenommen in Europa, erworben ist, herzustellen und zu entwickeln; Quais, Strassen, Eisenbahnen, Brücken, Häfen, Eeservoirs, Werften, Befestigungen, Telegraphen, Fernsprechlinien, Fabriken, Mühlen, Sjmagogen u. s. w. zu errichten, Parlamentsaete, Verordnungen, Charters zu erlangen." (Lebhafter Beifall.) Ich sage: Da dies die Bestimmungen der Ica sind, so war es die Pflicht der Directoren, als sie den Eindruck beobachteten, den Herzlß Unternehmen auf Herrseher und Begierungen machte, Herrn Dr. Herzl zu einer gemeinsamen Besprechung einzuladen. Ich sage nicht, dass sie nothwendigerweise ihr Geld dem Zionismus hätten zuwenden müssen; aber dass sie vom Zionismus nicht einmal etwas hören wollten, das ist ein offenes Aergernis. [Dieser Ausdruck wird vom Vorsitzenden gerügt und vom Spreeher zurückgenommen. (Lebhafte Heiterkeit.)] Ein Schandfleck auf ihrem Namen wird es sein, wenn die Eolle, wenn die Megilla unserer Geschichte einst geschrieben wird. (Beifall.) Sie waren nicht nur schlechte Geschäftsleute, sondern als Verwalter unter aller Kritik. Hatte Baron Hirsch gelebt, er hätte Schritte gethan, um Dr. Herzl zu sprechen, und wenn diese zwei grossen Männer zusammengekommen wären, so hätte man wegen des Ergebnisses ohne Sorge sein dürfen. Wissen Sie, was die Directoren der Ica den Juden antworteten, die, als sie in Palästina durch die plötzliche TJebertragung der Eothsehildschen Colonien brotlos wurden, ihnen sagten: Geben Sie uns 400 Fres. pro Kopf, dann wollen wir unser Leben auf diesem Boden fristen? Sie antworteten: Nein! 400 Fres. könnt Ihr nicht haben, aber hier habt Ihr tausend Fres, wenn Ihr nach Argentinien geht! (Entrüstung.) Können wir uns da wundern, dass ihre Bilanz nie veröffentlicht wird? Wir aber, deren Bilanz jedermann einsehen kann, wir sind die zweifelhaften Geschäftsleute. (Sehr gut.) Wir sind die Verachteten, sie sind von Weihrauchwolken umqualmt. Aber wie sagt doch der Psalmist von den Götzen? Sie haben Augen und sehen nicht, Ohren und hören nicht, Füsse und gehen nicht! Aber selbst die Hirseh'schen Testamentsvollstrecker sind noch nicht verloren; ihre Augen werden sich vielleicht noch öffnen: sie müssen sehen, dass ein Stein nie bergauf rollen wird. Wie viel leichter ist es doch, Kinder zu unterrichten, die lernen wollen, als solche, die man erst mit Zucker anlocken muss. Wie viel leichter ist es, die Wollenden, die Willigen in Palästina anzusiedeln, als die Nichtwollenden nach Argentinien mit Geld zu locken. Deshalb sage ich den Testamentsvollstreckern: Wenn Ihr praktische Geschäftsleute seid, so gebt dem Zionismus Mittel. Ich erinnere aber auch daran: bis dat qui cito dat. Wenn ihr nicht rasch gebt, so kommt vielleicht der Tag, wo Ihr, die Nutzlosigkeit Eurer Anstren-