Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 315)
- Language
- German, English, Hebrew
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315 -wegung, dass wir gar niemand zurückstossen, weil wir alle umfassen, und vielleicht werden diejenigen, die sicli der bisherigen Configuration aus diesen Gründen nicht anschliessen wollten, unter sich sein und eine Federation bilden wollen. Diese Federation, welche aus Juden und Zionisten besteht, hat das zweifellose Recht, sich ebenfalls zu organisieren, und dafür muss der Raum geschaffen werden. Was ivir vorschlagen, ist jene Garantie, die nothwendig ist, damit nicht die Bewegung durch irgendwelche äusserliche oder persönliche Rücksichten irgendwie gehemmt werde. Herr Herbst aus Bulgarien hat an mich die Frage gestellt, wie es z. B. in einem Lande ist3 wo keine 50 Vereine und keine 5000 Schekelzahler sind, ob da keine Federation ist. Darum enthält ja dieser Paragraph das Wort: „Neue". Die neue Federation muss so beschaffen sein. Eine alte Federation oder ein Landescomite braucht die Voraussetzungen nicht zu erfüllen. Diese existieren einfach., die stehen im Connex. Um aber Muthwillen und Vereinsstreitigkeiten auszuschliessen, wollen ■wir diese Voraussetzungen für Neubildungen haben. (Beifall.) Del. Dr. Bodenheimer: Der Organisationsausschuss hatte Ihnen gestern einen anderen Antrag unterbreitet, der gefallen und ersetzt ist durch den Antrag Herzl. Ich wäre durchaus damit einverstanden, dass der Antrag in der Form, wie er heute gestellt wird, wieder aufgenommen werde; aber ich glaube, dieser Antrag bedarf dann einer kleinen Einschränkimg, und ich stelle deshalb den Zusatzantrag: „Innerhalb eines örtlich begrenzten Bezirkes kann sieh nur eine Federation bilden, welche durch ein A.-C.-Mitglied mit dem engeren A.-C. in Verbindung tritt/'' Durch diesen Antrag soll Folgendes verhütet werden: Es ist auf Grund dieses Antrages nicht ausgeschlossen, dass sich innerhalb einer Stadt, innerhalb eines bestimmten Bezirkes zwei Organisationen bilden mit einem ganz verschiedenen Programm, mit ganz verschiedenen Anschauungen. Sagen wir einmal, in einer Stadt bildet sich eine Partei rother Zionisten und eine Partei schwarzer Zionisten, welche sich nicht vertragen können. (Heiterkeit.) Wir wollen, dass alle Richtungen innerhalb der Judenheit im Zionismus eine Einigkeit finden. Das einzige Mittel dazu ist, dass wir eine einheitliche Organisation schaffen. Wenn ein anderes Princip durchgehen würde, wäre die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass eines schönen Tages an einem und demselben Tage zwei Zionistencongresse mit verschiedenen Programmen tagen würden. Dem muss ein Riegel vorgeschoben werden. Hier gilt der Grundsatz: Principiis obsta! Ich möchte dringend bitten, diesen Zusatzantrag anzunehmen, damit wir erzwingen können, dass die Zionisten aller Länder in ihren Organisationen sich vertragen. Dr. Herzl: Der Sinn meines Antrages ist, dass wir nichts erzwingen wollen. Del. Uriassolin: Wir wissen sehr gut, das A.-C. könnte viel mehr leisten, als es geleistet hat. Die L'rsache war, dass es mit solchen Rayons sich beschäftigte, die es nicht umfassen konnte. Es gibt Städte, welche 1000 Schekel •hätten geben sollen, aber viel weniger gegeben haben. Wir haben eine Stadt