Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 306)
- Language
- German, English, Hebrew
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306 der Abstimmung zugeführt werden, und wenn selbst die Sitzung bis morgeri- oder übermorgen dauert. Es ist ganz unrichtig, was Dr. Marmorek behauptet hat. dass wir eine Verpflichtung haben. JSTein! Wir haben lediglich die Verpflichtung, wenn wir eine Tagesordnung aufgestellt haben, dieselbe zu erschöpfen. (Beifall.) Wir haben die Verpflichtung, wenn Anträge gestellt werden und Commissionen gearbeitet haben, dass mindestens das Resultat derselben vorgelegt und der Congress darüber befragt werde. Das Präsidium soll uns dafür haften, dass die Anträge vorgebracht werden. Wenn nicht, so wollen wir sofort beschliessen, morgen zu tagen, damit wir abstimmen können,, und wenn wirklich morgen Generalversammlung ist, so wird sie keine Ewigkeit dauern. Sie wird ein paar Stunden in Anspruch nehmen, und wir können dann weiter tagen und den Congress fortsetzen, und wenn die Generalversammlung^ morgen den ganzen Tag dauern sollte, wollen wir übermorgen tagen. (Beifall.) Nachdem wir schon diese Reise gemacht haben, so haben wir den grössten Theil der Kosten und der Zeit bezahlt und kommt es dann nicht auf einen Tag mehr an. Aber ich bestehe darauf, dass das Präsidium sich in dieser Hinsicht äussere, damit wir wissen, wie wir die weiteren Verhandlungen führen sollen. (Lebhafter Beifall.) Viee-Präsident Dr. 'Nordau: Ich verstehe nicht, worauf Herr Lilien abzielt. Es scheint, dass ihm mitgetheilt wurde, es hänge vom Congresseselbst ab, ob gewisse Anträge zur Abstimmung kommen. Das ist ganz richtig.. Der Congress hat es in der Hand, die Tagesordnung selbst zu bestimmen.. Wenn der Congress seine Tagung verlängern will, so liegt es in seiner Hand,, dies zu beschliessen. Wenn der Congress den Anträgen, die Herr Lilien im Auge hat, seine Zeit widmen will, so liegt dies wieder im Belieben des Congresses. Das Präsidium hat wenig Einfluss darauf. Es ist kein einziger Antrag aus der Initiative des Präsidiums unter den Tisch geworfen worden, sondern jeder Antrag kam in der Ordnung, wie er gestellt wurde, auch zur Abstimmung, und so wird es auch künftig gehalten werden. Del. Lilien: Ich gebe zu, dass kein Antrag unter den Tisch gefallen ist,, bestreite aber, dass die Geschäftsordnung so gehandhabt wird, wie es vorgesehrieben ist. Es hat den Anschein^ als ob etwas abgebrochen, eingeschoben, vertagt würde u. s. w. Ich schlage daher vor, das Präsidium möge sich sofort äussern und sagen, ob es uns garantieren kann, dass über alles abgestimmt wird. Mögen Sie die Discussion beschränken, mögen Sie Generalredner wählen,, möge die Redezeit meinetwegen auf fünf Minuten eingeschränkt werden, aber die Anträge, welche vorliegen, die Anträge, welche die Commissionen berathen haben, sollen zur Abstimmung gelangen. Entweder das Präsidium kann diese Garantie übernehmen oder nicht. In letzterem Falle werden wir berathen. was wir thun sollen, ob wir die Verhandlungen vertagen, oder ob wir sofort beschliessen, noch einen Tag zu verhandeln. Viee-Präsident Dr. Nordau: Ich kann keinerlei Garantie übernehmen, die eine Vergewaltigung des Congresses in sich schliesst. Ich möchte fragen, wie dies durchzuführen wäre., selbst wenn ein Präsidium sich fände, darauf einzugeli en. Wenn Herr Lilien darauf hingewiesen hat, dass ein Gegenstand unter-