Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 292)
- Language
- German, English, Hebrew
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292 muss sofort ohne Commission gegründet werden. Mit der juristischen Seite soll sieh das A.-C. beschäftigen. (Andauernde Unruhe und Schlussrufe.) Präsident Dr. Herzt: Sie sehen, die Versammlung wird ungeduldig. Del. Zeitlin: Der Nationalfonds muss für das ganze Volk bestimmt sein. Del. Abcrsolin (spricht russisch). Del. Dr. Weitzmann (übersetzt) : Herr Abersolm meint, dass wir jetzt noch nicht das Statut des Kationalfonds definitiv besehliessen sollen. War müssen dem Volke zeigen, dass wir. trotzdem jetzt schon für den Nationalfonds Geld angeboten wird, dasselbe nicht acceptieren können, bevor nicht alles gründlich durchberathen ist. Er spricht sieh gegen den Antrag des A.-C. aus und befürwortet den Antrag Bodenheimer. Del. Dr. Bryk: Geehrte Herren! Es wurden seit einigen Stunden Mängel ausgestellt. Ich habe keine Mängel entdeckt, hege aber einige Bedenken. Ich sage dies nicht ad eaptandam benevolentiam. Die Bedenken, die ich habe, sind nicht bloss juristischer Natur^ sondern beruhen auch auf anderen Gründen. Die Bedenken können gleich beseitigt werden, entweder durch Widerlegung oder durch Sanierung. Wir können das Geld von jedem nehmen,, das ist kein Zweifel: aber wer soll das Geld schützen? Wenn ich dem Fonds 200 fl. vermache, wer kann als Kläger auftreten, wenn meine Kinder es nicht hergeben, oder wenn jemand ein Schuldner dieses Fonds ist? Wer wird die Klage führen im Namen des jüdischen Volkes? Wir sind von Etappe zu Etappe gekommen. Trachten wir, den Nationalfonds zustande zu bringen. Nehmen wir das Geld an.' Ich ersuche aber den Herrn Präsidenten., der über das Ansehen des Congresses zu wachen in erster Linie berufen ist, zu bedenken, dass liier eine Versammlung wenigstens des jüdischen zionistischen Volkes ist, dass wir in der OefTentlichkeit nicht ein Projeet als Statut annehmen, das mit solchen Gebrechen behaftet ist. Aus diesen Gründen, damit unsere Gegner, überhaupt die OefFentliehkeit. uns nicht in die Schuhe schiebe, dass wir voreilig waren, möchte ich folgenden Antrag stellen: „Der Congress habe noch heute aus den Juristen eine Commission zu wählen, oder die Landsmannschaften haben zusammenzutreten und in die Commission eine hinreichende Anzahl von Juristen aus dem gesammten Plenum zu wählen/*' Diese Herren könnten bis morgen oder bis heute nachts einig werden, wie diese Klippe zu umgehen ist. So wie das Statut vorliegt, warne ich im Interesse des Ansehens und der Würde des Congresses, dasselbe nicht anzunehmen. Del. Dr. Weitzmann: Ich beantrage eine Pause, damit die Landsmannschaften vor der Abstimmung sich einigen können. Präsident Dr. Herzl: Ich lasse eine Pause von 15 Minuten eintreten. (Die Sitzung wird um 2 Uhr 15 Minuten nachmittags unterbrochen und um 2 Uhr 30 Minuten wieder aufgenommen.) Präsident Dr. Herzl: Wir werden jetzt zur Abstimmung schreiten- Zur Vereinfachung der Abstimmung will ich kurz resümieren, um was es sich handelt.