Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 291)
- Language
- German, English, Hebrew
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291 muss geopfert werden,, wenn es nöthig ist, durch, den Congress. Wir wollen kein Vermögen haben. Wir wollen das Geld opfern, um etwas dafür zu bekommen, und wenn es nöthig ist, muss der ganze Fonds geopfert werden. Wir müssen wieder praktische Zionisten werden, müssen den Fonds haben, dm Erde zu kaufen. Wir müssen den Fonds haben, um den Charter zu bekommen. Dann sagt man wieder: In keinem Falle darf der Jüdische Nationalfonds ganz erschöpft werden. Es müssen wenigstens 100.000 Pfund immer zurückbleiben. Wozu? Nehmen wir an, es kommt ein schwerer Moment in unserem zionistischen Leben, von dem unsere ganze Existenz abhängt. Wir haben 200.000 Pfund nöthig und haben diesen Betrag in der Cassa, und nun können wir diesen prächtigen Moment nicht ausnützen. Das darf nicht sein! Der Nationalfond's soll jeden Moment angetastet werden können. Dann habe ich noch eine Bemerkung über den Wert der Marken zu machen. Für Rumänien beträgt er 5 Centimes, für Oesterreich 2 Heller, also 2 Centimes. Es ist ein Irrthum, zu glauben, dass wir reicher sind, als die Herren in Oesterreich. Wir sind im Gegentheile die Aermsten. Für die rumänischen Marken sollte auch der Betrag von 2 Centimes festgesetzt werden, die kleinste Münze. Präsfdent Dr. Herzt: Ich glaube, es ist wohl nicht nothwendig, dass ich erst ausdrücklieh erkläre, dass das A.-C. mit den Ausführungen des Herrn Vorredners nicht einverstanden ist: Der Nationalfonds muss ein unantastbares Gut sein. Del. Zeitlin: Ich muss Euch, liebe Brüder, sagen, dass ich ganz dafür bin, dass wir jetzt etwas Reales schaffen müssen. Fünf Jahre lang haben wir geredet und geschrieben, etwas Reales ist bis jetzt nicht geschehen. Die ganzen Tage des Congresses bis zum jetzigen Augenblicke sind mit Debatten hingegangen ohne eine praktische That. Wir sind alle hergekommen, um hier etwas zu schaffen, wir sind Gewählte des Volkes, welches uns bittet, etwas Nützliches ins Leben zu rufen. Wir müssen etwas versuchen., um aus unserer traurigen Lage herauszukommen. Wir haben Geld für die Colonialbank gesammelt, ein Resultat haben wir bisher noch nicht gesehen. Deshalb müssen wir jedes Opfer bringen, um den Nationalfonds zu schaffen. Diese Sache muss sofort beschlossen und erledigt werden, wie es Herr Dr. Herzl verlangt, und darf nicht an eine Commission verwiesen werden. Was den Charakter des Nationalfonds betrifft, so sagt Herr Dr. Herzl, dass das Geld ausschliesslich für den Landkauf verwendet werden soll. Ein anderer Redner meinte, es solle nur für die Erlangung des Charters verwendet werden. Meine Meinung und diejenige vieler, die mich hergeschickt haben, ist, dass der Nationalfoncls für alle jüdischen Interessen bestimmt sein soll. Wir sind ein Volk, das über die ganze Welt zersprengt ist. Man schlägt uns, man verfolgt uns überall. Ueberall, wo ein Unglück ist, in Rumänien, in Russland, überall, wo man die Juden verfolgt, soll dieses Geld verwendet werden. Ich sage nicht, dass es für wohlthätige Zwecke sein soll. Wenn wir Geld zur Rettung unglücklicher Juden brauchen, so muss man dieses Geld dazu nehmen. (Unterbrechungen, Unruhe und Schlussrufe.) Der Nationalfonds 19*