Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 282)
- Language
- German, English, Hebrew
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2S2 Del. Dr. W eitzmann (übersetzt) : Herr Jakobsolin behauptet, dass man keineswegs jetzt das Statut so annehmen kann. Wenn wir für etwas agitieren sollen, müssen wir es bedacht haben. Es sind ernste Bedenken vorgebracht worden und wenn man diese nicht berücksichtigt, kann man nicht für die Agitation so eintreten, wie man möchte. Es handelt sich nicht darum, dass eine Comniission gewählt werde, die bis zum nächsten Congresse Vorschläge macht zur Ausarbeitung des Statuts,, sondern um Neuschaffung eines Statuts. Denn dieser Entwurf ist nicht als Statut aufzufassen. Er gibt seinem Bedauern Ausdruck, dass hier alle Fragen, die aufgetaucht sind, nicht mit dem nothwendigen Ernste..... Präsident Dr. Herzl: Ich verwahre mich gegen diesen Ausdruck, eine solche Kritik ist nicht zulässig. (Rufe: Warum ist sie nicht zulässig?) Das ist eine Bemerkung gegen den ganzen Congress und ich bin dazu hier, die Würde des Congresses wahrzunehmen. (Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. ~Weitzmann "(fortfahrend) : Dr. Jakobsohn protestiert im Namen einer ganzen Gruppe gegen diese Art des Vorgehens. Präsident Dr. Herzl: Die Herren haben ein einfaches Mittel, sie müssen mit dem Beispiel vorangehen. Herr Lourie beantragt Schluss der Debatte mit Anhörung der eingezeichneten Pedner. Zugleich beantragt er: »Der Congress beauftragt das A.-C. durch tüchtige Juristen ein gründliches Statut für den Nationalfonds auszuarbeiten und dem nächsten Congresse vorzulegen." (Kufe: Welchem Congresse?) Dem kleinen Congresse gewiss nicht, sondern dem grossen. Das bedeutet eine Vertagung möglicherweise auf 2 Jahre. Ich trenne den Antrag in zwei Theile und erkläre formell, dass die früher eingeleitete Abstimmung über den Antrag Bodenheimer gegen die Geschäftsordnung war. Dr. Tschlenow hat ein kleines Versehen gemacht, da nach der Geschäftsordnung damals eine Dreiviertelmajorität nothwendig war. Er brachte den ganzen Antrag unter einem zur Abstimmung und ich mache dieses Versehen gut, indem ich diese Abstimmung für ungiltig erkläre. Der Congress hat Gelegenheit, sich deutlich auszusprechen, gleich aus Anlass des Antrages Lourie. Ich bringe zunächst den Antrag auf Schluss der Debatte mit Anhörung der eingezeichneten Pedner zur Abstimmung. (Dr. Weitzm a n 11 gibt die Uebersetzung.) Wer für diesen Antrag ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist angenommen. Ich glaube, Herr Lourie, dass es ebenfalls im Sinne Ihres Antrages liegt, wenn ich das Wesentliche Ihres Hauptantrages erst dann zur Abstimmung bringe, nachdem wir alle Pedner gehört haben. Del. Lourie: Ja wohl! Del. Köhler: Ich möchte den zukünftigen Verwalter unseres Nationalfonds auf eine Einnahmsquelle aufmerksam machen, die der Casse enorme Summen zuführen kann. Es gibt viele Festlichkeiten, besonders Hochzeiten, wo, möchte ich sagen, leichtfertiger- und unpraktischerweise enorme Summen