Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 274)
- Language
- German, English, Hebrew
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274 verwenden nicht für den Ankauf von Land,, sondern daraus praktische Arbeit zu machen und den Fonds zu verwerten für den augenblicklichen ISTothbedarf. Denn nicht nur die Zionisten erwarten.« dass wir bald anfangen, etwas zu leisten, sondern auch unsere sonstigen jüdischen Brüder, die abseits der Bewegung stehen. Ich glaube, dass der Nationalfonds ein Instrument ist, an dem wir das beste Agitationsinittel haben, woran sich auch sehr viele betheiligen werden, die heute noch nicht für unsere Sache gewonnen sind. Es verletzt nicht unser zionistisches Gefühl, wenn wir auch Geld von dort nehmen,, wo wir es bekommen. Diejenigen, welche wissen, dass der Nationalfonds dazu da ist, um nicht nur Unterstützungen zu gewähren, sondern neue Kräfte für das Judenthum zu sammeln, werden sich uns auch anschliessend und es wird daraus die reiche Frucht erspriessen, dass wir vermittelst dieses Nationalfonds neue Gönner gewinnen. (Schlussrufe.) Wir dürfen nicht vergessen, dass das unser Hauptstreben sein muss, unsere Thäfigkeit weiter zu entfalten. (Beifall.) Ich empfehle Ihnen, in die Commission solche Leute zu wählen, welche für praktische Zwecke geeignet, erscheinen. Del. Dr. Schallt: Meine Herren! Ich möchte, um die Debatte etwas abzukürzen, einige Irrthümer richtigstellen. Vor allem war es nach dem Entwürfe des A.-C. durchaus nicht beabsichtigt, den .Nationalfonds als ein Wohlthätigkeits-Institut aufzufassen. (Beifall.) Ich bitte, sich nochmals ins Gedächtnis zu rufen, dass es heisst,. „der Jüdische Nationalfonds soll ein unantastbares Vermögen des jüdischen Volkes sein, das erst in dem Zeitpunkte, wo eine vom Congresse zu bestimmende Höhe erzielt worden ist (etwa 200.000- Pfund), ausschliesslich nur zum Landkaufe in Palästina und Syrien verwendet werden darf". Es ist absolut nicht beabsichtigt, aus dem Nationalfonds eventuell einen Nothstandsfonds zu machen. Das widerspricht allen Intentionen des Actions-Comites, aber auch dem Beschlüsse des Londoner Gongresses. Ich muss den Antrag Gabriel auf das entschiedenste zurückweisen. Es liegt wieder einmal der Beweis vor, wie nothwendig es ist, immer und immer zu betonen, dass der Zionismus ein nationales Werk ist und keine Sache der Wohlthätigkeit. (Beifall.) Ich muss weiter hinzufügen, dass die Worte „nur zum Landkaufe in Palästina und Syrien" selbstverständlich im Rahmen des Baseler Programmes gedacht sind, dass also nicht beabsichtigt ist, mit den einlaufenden Geldern des Nationalfonds sofort Ländereien anzukaufen. In den Bestimmungen über den Zweck und die Verwaltung ist dies ganz präcise durchgeführt. Ganz besonders aber muss ich eines richtigstellen. Von Herrn Rom wurde gesagt, der Nationalfonds müsse ein Instrument der Jüdischen Colonial-Bank werden. Das könnte auch so gedeutet werden, dass die Gelder des Nationalfonds zur Kräftigung der Gassa der Jüdischen Colonial-Bank verwendet werden sollen.