Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 248)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1622-3477759- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
248 überhaupt die Propaganda lebendiger gestalten. Es kann auch sein, dass die» eine blosse Behauptung ist. Vielleicht ist es auch der Fall, dass verschiedene Herren nach Aemtern jagen und deshalb diese Behauptung aufstellen. Aber selbst, wenn dem so sein sollte, denke ich, dass sie nicht ganz im Unrechte sind, namentlich in einer Stadt wie New-York. In New-York zählen wir über 300.000 jüdische Seelen — die grösste jüdische Bevölkerung, die es in einer Stadt der Erde gibt. Diese 300.000 Seelen wohnen in einem bestimmten Viertel, in einem selbstgeschaffenen Ghetto.. Diese einzeln aufzusuchen, sie für den Zionismus zu gewinnen, von ihnen Schkolim einzutreiben, sie als Mitglieder auf der Liste zu haben, ist eine ungeheure Arbeit, welche Geduld, Ausdauer, Energie und Eifer für die Sache erfordert. Deshalb denke ich: wemi Einer wirklich für die Sache mit Ernst und Aufrichtigkeit arbeitet, wenn er wirklich von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung geht, die Leute aufsucht und für unsere Sache heranzieht, dann sollte er auch durch irgend ein Amt belohnt werden. Es ist gar nicht so ungeheuerlich* wenn der Betreffende ein Amt für seine Arbeit verlangt. Darum meine ich. dass wir den Zionisten in New-York volle Freiheit gewähren sollen; mögen sie sich so zusammenfinden und zusammenschliessen, wie sie es wünschen und wie sie es selbst glauben, dass, wenn sie es thäten, es zu unserem Wohle gereichen wird. Warum sollen wir ihre Hände binden, einen Zwang über die Einzelnen üben und sagen: Ihr müsst durchaus zu unserer Federation gehören; wenn nicht, werdet Ihr vom grossen Ausschüsse nicht als Zionisten anerkannt? Ich höre., dass dieselben Klagen wie in New-York auch in London erhoben werden. Mir ist hier mitgetheilt worden, auch in London sei man mit der Federation allgemein nicht zufrieden; man klage dort ebenso, wir wären nicht thätig genug, und man könnte mehr für unsere Sache gewinnen, wenn man freie Hand hätte. Nun wollen wir ihnen freie Hand geben, sie mögen ihre Thätigkeit entfalten. Was schadet es der Sache, wenn New-York in zwei Federations getheilt ist oder auch in drei oder fünf, wenn wir dadurch hoffen können, mehr Personen für unsere Sache zu gewinnen, mehr Geld einzutreiben, überhaupt die Bewegung im Volke lebendiger zu erhalten? Deshalb glaube ich, Sie ersuchen zu müssen, Sie mögen die Hände der einzelnen Zionisten nicht binden, sondern ihnen volle Freiheit geben. Wollen sie zwei Centralen haben, so mögen sie sie haben, wollen sie drei, warum nicht? Auch das. Schliesslich kommt doch alles zu einem Punkte zusammen, vereinigt sieh doch in dem grossen A.-G, arbeitet doch für eine und dieselbe Sache, Alle sind Freunde des Zionismus, und wir können deshalb auch da, wo wir nicht sieher sind, dass sie Erfolge erzielen werden, den Versuch machen, sie neue Centralen bilden zu lassen. Ich bitte Sie darum, die Zionisten in New- York durchaus nicht zu beschränken, wenn sie noch Centralen bilden wollen, lassen Sie sie es thun. (Beifall.) Del. Berger: Ich beantrage Schluss der Debatte über § 6 ohne Anhörung der weiteren Redner. Vice-Präsident Dr. Isfordau: Wer für diesen Antrag ist, wolle die Hand