Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 247)
- Language
- German, English, Hebrew
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247 Delegierte schicken ohne Wahl. Solehe Sachen muss der Congress bestimmen. Ferner bin ich dagegen, dass die Vereine die Statuten vorlegen müssen. Es genügt, wenn ein Verein erklärt, dass er auf dem Boden des Baseler Congresses steht. Wenn er die Statuten vorlegen muss, so ist dies besonders in unserer Bewegung sehr schwierig. Es hat gewissermassen den Charakter einer Lotterie. Soll ich ihm mein zionistisches Glaubensbekenntnis anvertrauen? Ich bitte also., zu streichen, dass die Vereine die Statuten vorlegen müssen. Del. Dr. Jasinoiuski: Meine Damen und Herren! Was hier vorgeschlafen wird, läuft unbedingt unseren Gesetzen zuwider. Von hier aus können wir in keiner Weise irgendwelche Organisation für unsere Landsmannschaft vorschreiben. Das zweckmässigste wäre, dies ganz und gar unserer Landsmannschaft zu überlassen* und ich stelle den Antrag, dies nach den dortigen Verhältnissen einzurichten. Dr. Her&l: Was Herr Dr. Jasinowski gesagt hat, ist nicht im Widerspruche mit dem, was ich gesagt habe, denn es heisst ja: nach den Gesetzen des Landes. Del. Dr. Jasinoioslci; Ich wollte auch nicht widersprechen, sondern unterstützen. Del. Mozhin (zu einer persönlichen Bemerkung): Ich höre, dass mein Käme genannt wurde, und zwar in Verbindung damit, dass ich bei einer wichtigen Abstimmung nicht im Saale sei. Ich habe nur zu erklären, dass ich die ganze Zeit, wo ich nicht im Saale bin, in Commissionen arbeite, wie ich überhaupt in den letzten acht Tagen nichts anderes zu thun hatte. Del. Dr. Schaff er (Baltimore) : Meine Damen und Herren! Ich wollte eigentlich das Wort erst zu § 7 ergreifen, da aber § 7 in innigem Zusammenhange mit § 6 steht, so will ich schon jetzt meine Meinung darüber äussern, namentlich, da mehrere Herren die Frage schon besprochen haben. Der folgende Paragraph trifft die Beschränkung, dass in einer Stadt nicht zwei Centralen existieren dürfen. Obwohl ich selbst dem Ausschüsse angehöre, der die Statuten entworfen hat, fühle ich mich dennoch genöthigt, hier das Wort zu ergreifen, weil der Paragraph gegen meine Einwendung angenommen wurde und ich deshalb an Sie appellieren muss. Bei uns in den Vereinigten Staaten existiert, wie Sie wohl wissen, eine Centrale, eine Landesvereinigung, die wir Federation heissen, mit dem Sitze in New-York. Der Ausschuss hat einen Vorstand von 21 Mitgliedern, zu dem auch meine Wenigkeit gehört. In den letzten zwei Jahren aber hat sich eine starke Opposition gegen uns gebildet; man ist mit unserer Thätigkeit nicht zufrieden, man behauptet, wir verwenden nicht genug Eifer für die Propaganda. Man sagt, in den Vereinigten Staaten ünden sich heutzutage 10.000 Schekelzahler, man könnte bei ausgedehnter Thätigkeit die Zahl vielleicht verzehnfachen: und noch mehr Einwendungen werden erhoben. Nun muss ich gestehen, dass, obwohl diese Einwendungen sich indirect auch gegen meine Person wenden, mein Gewissen doch nicht beruhigt ist und ich gewissermassen Herzklopfen habe. Vielleicht sind die Herren doch im Rechte, vielleicht könnten sie, wenn sie durch unseren Vorstand nicht gehemmt werden, wirklich mehr Schekelzahler finden, mehr Shares verkaufen,